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	<title>Die 60er und 70er Jahre &#187; 1965</title>
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	<description>Zwei Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts im Fokus</description>
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		<title>Die 60er Jahre – eine Nation im Wandel</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Feb 2011 15:56:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dieser Artikel aus dem Bereich 60er und 70er Jahre wird unterstützt von: Kommen Sie in den Genuss von mehr als 2150 Satellitenprogrammen ohne monatliche Gebühren! In nur 5 Minuten verwandelt sich Ihr Computer in ein fantastisches Fernsehgerät! &#124; Wenn Sie an dieser Stelle Kunden finden möchten finden Sie » HIER alle Informationen &#124; Die Pille, [...]]]></description>
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</html></div><p><img class="alignleft size-medium wp-image-367" style="margin: 15px;" title="60er-Jahre" src="http://www.60er-und-70er.de/wp-content/60er-Jahre-300x224.jpg" alt="" width="300" height="224" />Die Pille, freie politische Meinungsäußerung oder ein Urlaub in Italien – für die Menschen heute ganz alltägliche Dinge. Nicht so in der 60er Jahren. Damals sorgten die Proteste gegen den Vietnamkrieg, die Gründung der terroristischen Gruppe RAF oder die sexuelle Revolution für viel Aufsehen. Dieses Jahrzehnt veränderte die Politik und die Gesellschaft weltweit. Mit Studentenaufständen vertrieben den „Mief“ der Adenauer-Ära, neue Technologien ermöglichten den ersten Flug zum und die Beatles revolutionierten die Musikgeschichte. Welche Veränderungen bis heute maßgeblich unser Leben bestimmen, zeigt die spannende und informative 60er Jahre-Reportage auf dem unabhängigen Online-Magazin www.tipps-vom-experten.de.<span id="more-366"></span></p>
<p>Als 1961 die damalige DDR-Regierung mit dem Bau der Berliner Mauer begann, stockte der Welt der Atem. Ebenso sorgte der Vietnam Krieg weltweit für Proteste. Plötzlich war nichts mehr so wie zuvor. Sowohl in West- wie in Ostdeutschland stellte die junge Generation die bis dato sehr autoritäre Politik der Adenauer- oder Ulbrich-Regierungen in Frage. Studentenproteste, die Bildung der Außerparlamentarischen Opposition (APO) und der terroristischen Gruppierung RAF um Andreas Baader und Gudrun Ensslin waren vor allem in Westdeutschland die Folge. Keine Frage, die 60er Jahre veränderten die Politik maßgeblich. Die Folgen sind bis heute spürbar. Ohne die damaligen Veränderungen im politischen System wäre die Gründung von politischen Parteien wie den Grünen oder die Linke kaum denkbar. Doch auch gesellschaftlich haben die 60er Jahre für Aufsehen gesorgt. Millionen Zuschauer verfolgten aufgeregt die Landung des ersten Menschen auf dem Mond. Der Kauf eines Autos wurde durch den allmählichen Anstieg des Bruttosozialproduktes für beinahe jeden Bundesbürger möglich &#8211; und damit auch die hemmungslose Reiselust in ferne Länder. Und dank einer englischen Designerin namens Mary Quant zeigte das weibliche Geschlecht selbst im Winter viel Bein im Minirock.</p>
<p>Das Internetmagazin <a href="http://www.tipps-vom-experten.de" target="_blank">www.tipps-vom-experten.de</a> ist in der Reportage „Die 60er Jahre – eine Nation im Wandel“ auf Spurensuche gegangen. Das Ergebnis ist ebenso spannend wie überraschend. So hat nicht nur Oswalt Kolle und die Einführung der Pille zu einem völlig neuen Verhältnis zwischen Mann und Frau geführt und die sexuelle Revolution eingeleitet, auch eine Gruppe von englischen Angestellten, auch „Mods“ genannt, revolutionierte mit ihrem gestyltem Outfit die Modeindustrie gewaltig. Und nicht zuletzt sorgte die Musik der Beatles oder Jimmi Hendrix und deutschem Schlager wie Connie Francis’ „Ein schöner, fremder Mann“ für den weiteren Bruch zwischen den Generationen. Der Bericht „Die 60er Jahre – eine Nation im Wandel“ ist eine Reise in die Vergangenheit und gleichzeitig eine Reise in die Gegenwart und die Zukunft.</p>
<p>Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.</p>
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dem Bereich <small>60er und 70er Jahre</small> wird unterstützt von:</small></small></td>
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<p>Selbst absolute Laien haben nach diesem Konzept&nbsp;enorme Erfolge erzielt.&nbsp;<strong><a href="http://b69c1mma2f0p5najr2ulyej-q7.hop.clickbank.net/?tid=WPHELP" target="_blank">Der Videokurs mit dem jeder ohne Noten lernen kann Klavier zu spielen</a></strong>.</p>
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		<title>man glaubt es kaum &#8211; der Benzinpreis</title>
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		<pubDate>Wed, 13 May 2009 11:55:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bob Dylan</dc:creator>
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</html></div><p>Benzin war in den 60er Jahren besonders teuer</p>
<p>Die aktuelle Debatte um die Benzinpreise ist ein Paradebeispiel für den Unterschied zwischen relativ und absolut. Absolut haben die Preise an den deutschen Zapfsäulen ein Rekordhoch erreicht, relativ war der Kraftstoff in den 60er Jahren viel teurer. Unter Berücksichtigung der Einkommen, der Benzinpreise und auch des Spritverbrauchs war die Belastung der Automobilisten auch in den 70er und 80er Jahren laut Statistiken etwa auf heutigem Niveau. Nur in den 90er Jahren hatten die Autofahrer eine Atempause.</p>
<p>&#8220;Im Langzeitvergleich ist Autofahren heute eher günstiger als vor 20 oder 30 Jahren&#8221;, bestätigt ein Experte des Instituts für Kraftfahrtwesen an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen. Entscheidend für die Beurteilung der Belastung sind die Einkommen. Und da sah es speziell in den 60er Jahren schlecht aus: Der Industriearbeiter verdiente laut Statistischem Bundesamt 1965 im Durchschnitt 418 Euro brutto im Monat.</p>
<p> </p>
<p><span id="more-130"></span>Der Liter Normalbenzin kostete laut Aral-Preisdatenbank etwa 29,3 Cent. Das bedeutet, dass der Arbeiter, der damals mehr verdiente als ein Angestellter, rein rechnerisch 0,07 Prozent seines Lohns für den Liter Benzin ausgeben musste. Anders gerechnet: Für eine 50-Liter-Tankfüllung musste er bei einem Stundenlohn von 2,17 Euro fast sieben Stunden arbeiten.<br />
Heute muss er &#8220;nur noch&#8221; mehr als vier Stunden für eine solche Kraftstoffmenge arbeiten. Noch gar nicht berücksichtigt ist dabei der damals höhere Verbrauch. Ein Ford Granada, Baujahr 1975, brauchte rund 13 Liter auf 100 Kilometer. &#8220;Und das war eher mit Rückenwind gerechnet, nicht so genau wie heute&#8221;, sagt der Antriebs-Experte der RWTH, Martin Schüssler. Ein vergleichbarer Ford Mondeo braucht den Angaben zufolge trotz grösserer Leistung heute knapp die Hälfte.<br />
Die Wut der Autofahrer wird verständlicher, wenn man den Langzeittrend bedenkt: Angesichts der stark steigenden Einkommen ist seit den 70er Jahren das Tanken von Jahrzehnt zu Jahrzehnt immer etwas leichter gefallen. Ein 50-Liter-Tank schlug 1975 mit etwa 21 Euro zu Buche, bei einem Arbeiter-Stundenlohn von fünf Euro bedeutete das rund vier Stunden Arbeit. 1995 kostete eine solche Benzinmenge 38 Euro. Das war bei einem Stundenlohn von 13,04 Euro in weniger als drei Stunden &#8220;hereingearbeitet&#8221;.<br />
Beim genauen Blick auf das Verhältnis Einkommen-Literpreis fällt auf, dass ein Angestellter vor 20 Jahren (Monatssalär 1757 Euro) 0,040 Prozent seines Geldes für den Liter Sprit ausgab. Das ist prozentual genau so viel wie heute bei einem Durchschnittsgehalt von 3384 Euro. Tatsächlich deutlich schlechter stehen die Arbeiter da. Für sie ist der Kraftstoff auf Grund des geringeren Einkommens fast wieder so teuer wie in den 60er Jahren. Sie müssen etwa 0,055 Prozent ihres Lohns (2004: 2507 Euro) für den Liter berappen. Dennoch dürften Reichweite und Komfort des Fahrens nicht mit der Zeit vor 40 Jahren vergleichbar sein.</p>
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		<title>Twiggy</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Apr 2009 13:35:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bob Dylan</dc:creator>
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</html></div><p>das neue Schönheitsidol der 60er Leslie Hornby<br />
<a href="http://www.60er-und-70er.de/wp-content/twiggy.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-53" title="twig" src="http://www.60er-und-70er.de/wp-content/twiggy.jpg" alt="" /></a><br />
Mit ihrer knabenhaften, jugendlichen Figur, wurde sie zum Schönheitsideal der ausgehenden 60er Jahren. Der Typ und Kleidungsstil des englischen Mannequins beeinflußten bald die gesamte Mode. Twiggy, mit den Maßen 78 –55 –80, wurde von der Kritik zur &#8220;teuersten Bohnenstange der Welt &#8221; erklärt. Es war wichtig keinen Busen zu haben, und das wenige im Transparent-Look arglos zu zeigen. </p>
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		<title>September 1965</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Aug 2008 08:20:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bob Dylan</dc:creator>
				<category><![CDATA[1965]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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		<category><![CDATA[September]]></category>
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</html></div><h2>deutsche Musikgeschichte mit dem Beat-Club</h2>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="344" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/ya3eoGQosiY&amp;hl=en&amp;fs=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="344" src="http://www.youtube.com/v/ya3eoGQosiY&amp;hl=en&amp;fs=1" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Der Beat-Club war eine Musiksendung von Radio Bremen, die zwischen 1965 und 1972 gesendet wurde. Sie war die erste Musiksendung im deutschen Fernsehen, die speziell für Jugendliche geschaffen worden war.</p>
<p>Das Sendeformat stieß bei vielen Erwachsenen damals auf absolutes Unverständnis. Die Beatmusik war dabei, die Welt zu erobern, während die Jugend die 68er-Bewegung, das Hippiezeitalter und die Flower Power Generation einleiteten.</p>
<p><span id="more-24"></span></p>
<p>Michael „Mike“ Leckebusch, damals in der Unterhaltungsredaktion bei Radio Bremen, und Gerhard &#8220;Gerd&#8221; Augustin, ein bekannter Bremer Discjockey, huldigten dem Zeitgeist und konzipierten die Show. Am 25. September 1965 wurde die erste Sendung live ausgestrahlt.</p>
<p>Wohlwissend um die Reaktion des älteren Publikums kündigte Wilhelm Wieben, der spätere Tagesschausprecher, die Livesendung mit tanzenden Jugendlichen und lauter Musik mit einer Vorwarnung für die Eltern an und bat um Verständnis für die Musik und die Jugend.</p>
<p>Das Format war einfach: Liveauftritte vor Publikum, Einspielfilme bekannter Künstler und GoGo-Girls als Blickfang. Dazu ein Moderatorenpaar. Neuerungen waren, dass von Folge 35 bis 74 der WDR als Partner hinzukam, ab Folge 51 in Farbe gesendet wurde und die GoGo-Girls mit Folge 55 ihren letzten Auftritt hatten. Die Sendungen wurden etwa alle vier Wochen am Sonnabendnachmittag ausgestrahlt und dauerten zunächst 30 bis 45 Minuten. Ab September 1968 wurde die Sendezeit auf 60 Minuten ausgedehnt.</p>
<p>Bemerkenswert war Leckebuschs fernsehmäßige Umsetzung der Musik, die vom Einsatz visueller Effekte an der Grenze der damaligen technischen Möglichkeiten bestimmt war. Besonders nach dem Einzug der Farbe, die in die Zeit der Hippie-Ära fiel, dominierten ausufernde psychedelische Bild- und Farbeffekte. Der Beat-Club war auch die erste Sendung im westdeutschen TV, die Jingles einsetzte. Der legendäre Jingle des Beat Club &#8220;A Touch of Velvet a Sting of Brass&#8221; stammte von der weitgehend unbekannten Gruppe &#8220;The Mood Mosaic&#8221;. Dieser Titel wird heute unter Sammlern als Rarität gehandelt.</p>
<p>Die bekannteste Moderatorin war Uschi Nerke, damals eine Architekturstudentin. Bei den Männern folgte auf Gerd Augustin bereits ab der achten Sendung Dave Lee Travis. Dieser hatte zuvor beim Piratensender Radio Caroline moderiert und wechselte nach Folge 45 zur BBC. Für die nächsten acht Folgen konnte Dave Dee von der Musikformation Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick &amp; Tich gewonnen werden. Danach trat Eddi Vickers sporadisch in einigen Folgen auf.</p>
<p>Am 9. Dezember 1972, nach 83 Folgen, wurde die Sendung eingestellt. Als Nachfolgesendung produzierte Radio Bremen den Musikladen, moderiert wiederum von Uschi Nerke, mit Manfred Sexauer an ihrer Seite.</p>
<p>Heute sind viele alte Aufnahmen des Beat-Clubs auf den Sendern VH1 und VH1 Classic zu sehen. Highlights der Sendungen wurden von der ARD auf DVD veröffentlicht. Neben international bekannten Stars wie Chuck Berry, Gerry &amp; the Pacemakers, Jimi Hendrix , Deep Purple, Black Sabbath, Emerson, Lake and Palmer oder The Who traten auch Gruppen im Beat-Club auf, die heute nur noch durch diese Wiederveröffentlichungen in Erinnerung sind, wie The German Blue Flames oder The Phantoms.</p>
<p>Quelle:wikipedia.de</p>
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		<title>Februar 1965</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Jul 2008 16:33:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>woodstock</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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</html></div><p>Eine fazierende Persönlichkeit.</p>
<p>Am 21. Februar 1965 in New York City wird er erschossen. Auch ich wusste bis jetzt wo ich dieses Datum finde nicht genug und hatte nur ungenaue Vorstellungen wer dieser Mensch wirklich war:</p>
<h2>Malcolm X</h2>
<p><a href="http://www.60er-und-70er.de/wp-content/malcolm-x.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-10" title="malcolm-x" src="http://www.60er-und-70er.de/wp-content/malcolm-x.jpg" alt="" /></a></p>
<p>Zu seiner Ermordung findet sich folgendes:</p>
<p>Am 21. Februar 1965 hielt er in Harlem (wieder im Audubon Ballroom) einen Vortrag, als zwei Zuhörer scheinbar in Streit gerieten und die Ordner von ihm ablenkten. Eine Rauchbombe explodierte und im darauf folgenden Durcheinander wurde Malcolm X erst von einem Schuss aus einer abgesägten Schrotflinte und dann von 16 aus zwei verschiedenen Waffen abgefeuerten Kugeln getroffen und getötet.</p>
<p><em><strong>Wer mehr erfahren möchte kann einfach weiterlesen</strong></em>&#8230;</p>
<p><span id="more-9"></span></p>
<p><strong>Eltern</strong></p>
<p>Seine Mutter Louise Little wurde auf Grenada im britischen Westindien geboren. Sie hatte einen weißen Vater. Ihre Mutter starb, als sie noch ein Kind war. Von ihrer Familie wurde sie regelmäßig misshandelt. Als sehr hellhäutige Schwarze fühlte sie sich nirgends zugehörig und wanderte früh nach Kanada aus, wo sie den ebenfalls Schwarzen Reverend Earl Little, einen Gelegenheitsarbeiter und Anhänger der Separationsbewegung unter Marcus Garvey, kennenlernte und ihn am 10. Mai 1919 heiratete. Später erfuhr sie, dass er seine frühere Familie verlassen hatte.</p>
<p>Aus der früheren Ehe seines Vaters hatte Malcolm noch drei Halbgeschwister. Die Familie siedelte zuerst nach Philadelphia über, dann nach Omaha, wo Malcolm am 19. Mai 1925 als viertes der sieben Kinder geboren wurde. Schon von Geburt an war Malcolm sehr hellhäutig und hatte rotbraune statt schwarzer Haare – ein Erbe seiner Mutter, die ihn deswegen immer wieder benachteiligte, da er sie an ihren eigenen Vater erinnerte, der sie misshandelt hatte. Sein Vater trat als christlicher Laienprediger für die Rechte der Schwarzen ein, hatte aber privat eine hellhäutige Frau und bevorzugte Malcolm als seinen hellsten Sohn.</p>
<p>Nach mehreren weiteren Umzügen kamen sie 1929 nach Lansing in der Nähe von Detroit im US-Bundesstaat Michigan, wo der Vater sich ein Haus in einer von Weißen bevorzugten Gegend kaufte. Nach einigen Wochen sollte der Verkauf wegen der Hautfarbe der Familie rückgängig gemacht werden, Malcolms Vater wollte dafür vor Gericht gehen, es kam jedoch nicht dazu, weil das Haus infolge von Brandstiftung abbrannte. Als er die Weißen der Tat bezichtigte, verhaftete die Polizei ihn dafür.</p>
<p>1931 starb der Vater, als er schwer misshandelt und anschließend von einem Bus überfahren wurde. Die Umstände wurden nie aufgeklärt, seine Frau war von einem Mord an ihrem Mann überzeugt. Nach dem Tod ihres Mannes trat Louise Little den Adventisten bei. Die Fürsorge kam regelmäßig bei den Littles vorbei. Sie wollten die Kinder bei Pflegeeltern unterbringen, denn sie waren der Meinung, dass Louise sich nicht gut um die Kinder kümmere, weil sie den Verstand verliere. Um 1939 wurde Malcolm zu einer Pflegefamilie namens Gohannas gebracht. Louise Little erlitt später einen totalen Nervenzusammenbruch und wurde per Gerichtsbeschluss in eine staatliche Nervenklinik (Kalamazoo) eingewiesen. Daraufhin hatte der Richter McClellan aus Lansing die Vormundschaft über die Kinder der Littles. Louise blieb etwa 26 Jahre in demselben Krankenhaus. Im Jahr 1963 holten die Kinder ihre Mutter aus der Klinik. Fortan lebte sie bei einem ihrer Söhne und dessen Familie (Philbert Little in Lansing).</p>
<p><strong>Kindheit und Jugend</strong></p>
<p>Die alleinerziehende Mutter erzog ihre Kinder autoritär, nach dem Vorbild ihrer eigenen Erziehung. Seit dem Tod des Vaters litt die Familie unter Armut und Hunger. Dies und die ebenfalls autoritäre Schulerziehung führten dazu, dass Malcolm mit kleineren Diebstählen begann, um sich zu widersetzen. 1939 kam er in ein Heim, nachdem seine Mutter in die Psychiatrie eingewiesen worden war. Zuvor war er längere Zeit in einer weißen Familie untergebracht, der er sich mit der Zeit zugehörig fühlte. Dieses Zugehörigkeitsgefühl führte dazu, dass er überrascht und schockiert zugleich war, als er nach seinem Highschool-Abschluss erkennen musste, dass er als Schwarzer nicht die gleichen Möglichkeiten wie seine weißen Mitschüler hatte. Konkret bedeutete dies für ihn, dass er trotz seiner Intelligenz und herausragenden schulischen Leistungen nicht studieren, sondern bestenfalls eine Lehre beginnen konnte. Einer seiner Besuche bei seiner Halbschwester Ella bewegten ihn dazu, 1941 zu ihr nach Boston zu ziehen. Dort verkehrte er, zum Ärger seiner Schwester, im Schwarzenviertel und hielt sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser.</p>
<p>In dieser Zeit änderte er sein Äußeres, um den Weißen noch mehr zu gefallen, was damals der allgemeinen Mode unter den Schwarzen entsprach. Er ließ sich schmerzhaft einen Conk machen (die Haare entkräuseln) und kleidete sich wie sie. Gleichzeitig bewegte er sich im kriminellen Milieu und wurde als „Red” und später als „Detroit Red“ bekannt. Durch einen Job als Kellner in Harlem erwarb er sich Kontakte, fungierte als Drogendealer und Vermittler weißer Kundschaft für Bordelle und begann mit Einbrüchen. Der Einberufung zum Kriegsdienst entging er, weil er einem Psychiater erfolgreich eine psychische Untauglichkeit für den Kriegsdienst vortäuschte. In dieser Zeit begann er Marihuana zu rauchen. 1944 kam er das erste Mal vor Gericht, weil er einen Pelzmantel gestohlen und diesen verkauft hatte. Danach betätigte er sich als Einbrecher.</p>
<p><strong>Haft und Bildung</strong></p>
<p>Anfang 1946 wurde er verhaftet und im Jahr darauf zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Der Grund dafür waren Einbrüche, die er zusammen mit einem Jugendfreund aus Bostoner Zeit, einer verheirateten weißen Frau, Sophia, mit der er auch eine Affäre hatte, deren Schwester und einem weiteren „Bekannten” beging. Der Richter sah „Sex mit weißen Frauen” als Hauptanklagepunkt und verurteilte Malcolm und seinen Freund zu je zehn Jahren Zwangsarbeit. Sophia bekam fünf Jahre und wurde nach sieben Monaten auf Bewährung entlassen.</p>
<p>Er kam ins Charlestown-Gefängnis, wo die hygienischen Zustände katastrophal waren. Dort freundete er sich mit einem schwarzen Redner an, der ihn zum Lesen ermutigte. 1948 wurde er verlegt und wurde in einem Brief seines Bruders mit der „Nation of Islam” in Verbindung gebracht. Nach der Überzeugungsarbeit einiger seiner restlichen Geschwister, die der „Nation” ebenfalls beigetreten waren, tat er es ihnen gleich. Fortan bekannte er sich zu dem, was von der Nation of Islam als „genuin schwarze Kultur” betrachtet wurde. In der Überzeugung der „Nation” war der Nachname eines jeden Schwarzen der, den einst die Sklavenhalter ihnen gaben. Zur wahren Befreiung aus der Unterdrückung wurden diese Namen von der „Nation” abgelehnt. Daher und weil sein richtiger Name unbekannt sei, verlieh man Little den Nachnamen „X”. Er nahm Sonnenbäder, um dunkler zu erscheinen, eine Maßnahme, die ihm schon seine Mutter verordnet hatte und schor sich den Kopf. Als Autodidakt bildete er sich weiter, vor allem in den Bereichen Philosophie und Geschichte. Bei Debattiergruppen im Gefängnis schulte er seine Rhetorik. Die Zeit im Gefängnis nutzte er sehr intensiv für das Studium. Ein Beispiel dafür ist auch, dass er gezielt ganze (Fremdwörter-)Lexika und andere Wörterbücher las und abschrieb, und das bei jeder Gelegenheit.</p>
<p>Ende 1952 wurde er vorzeitig entlassen, geriet aber wieder in die Gefahr, verhaftet zu werden, als er erneut den Militärdienst (zur Zeit des Korea-Kriegs) verweigerte. Er wurde jedoch aufgrund seiner Religion offiziell als Kriegsdienstverweigerer anerkannt. Den Ersatzdienst umging er wieder mit dem Attest eines Psychiaters.</p>
<p><strong>Nation of Islam &#8211; die Anfänge</strong></p>
<p>Nach seinem Umzug nach Detroit lernte er Elijah Muhammad kennen, den Führer der Nation of Islam (Abk. „NoI”, auch einfach nur „Nation”), der ihm zu einem Ersatzvater wurde. Bald darauf leitete Malcolm X als Vertrauter Muhammads den Harlemer Tempel und etablierte sich als einer der Wortführer der Organisation. Diese Position erreichte er durch sein außergewöhnliches Engagement und seinen grenzenlosen Einsatz für die „Nation”. Er nutzte alle Mittel, um möglichst viele Schwarze zu erreichen &#8211; zum Beispiel ging er in die Schwarzenviertel der Großstädte und sprach im Jugendslang zu den Bewohnern, wodurch er leicht einen Zugang zur Straßenszene bekam und dort viele Anhänger gewann.</p>
<p>1958 heiratete Malcolm X Betty Jean Sanders, die als Pflegerin für die Organisation arbeitete. Im Laufe ihrer Ehe bekamen sie sechs Töchter: Attallah (* 16. November 1958); Qubilah (* 25. Dezember 1960); Ilyasah (* 22. Juli 1962); Gamilah Lamumbah (* 4. Dezember 1964) und die Zwillinge Malaak und Malikah, die am 30. September 1965, sieben Monate nach der Ermordung ihres Vater, zur Welt kamen.</p>
<p><strong>The Big X</strong></p>
<p>Als nationaler Sprecher der Nation of Islam wird Malcolm X nicht müde, den Rassismus der weißen Gesellschaft anzuprangern. Immer wieder zeigt er die Zusammenhänge zwischen US-Geschichte und der Versklavung der Afrikaner auf. Die Weißen seien schon deshalb „Teufel”, weil sie jederzeit als solche handelten. Sie lynchten Schwarze und predigten den Schwarzen gegenüber „Gewaltlosigkeit”. Sie gäben ihnen die miesesten Jobs und erklärten, Schwarze taugen zu nichts anderem. Sie verhinderten die Bildung der Afroamerikaner und nahmen an deren Analphabetismus anstoß. Sie redeten liberal und handelten rassistisch.</p>
<p>Es ist die Zeit des Beginns der Bürgerrechtsbewegung unter Martin Luther King, und Malcolm X ist ihr radikalster Kritiker und Wortführer zugleich. Kings gewaltlose Integrationsstrategie ist besonders unter den Schwarzen aus den ländlich geprägten Südstaaten und innerhalb der kleinen schwarzen Mittelschichten stark, die in der Mehrheit ein Ende der „Rassentrennung” und einen fairen Anteil am „American Dream” erlangen wollen. Für sie ist der Norden der USA vielfach immer noch so etwas wie das „Gelobte Land”. Sie hegen die Hoffnung, endlich von den Weißen akzeptiert zu werden. Ganz anders Malcolm X. Er kennt die Großstadtslums im Norden, ist in ihnen als „Detroit Red” groß geworden. Malcolm spricht für die afroamerikanischen Slum-Bewohner des Nordens, die keine Hoffnung mehr in weiße „Liberale” setzen, weil sie auf ihrem Weg von den Plantagen in die Ghettos erfahren haben, dass es auf Seiten der Weißen keinen Raum für ihren Fortschritt gibt.</p>
<p>Kings christlich-gewaltloser Ansatz ist für Malcolm X, in dieser Phase seines Lebens, nur ein weiterer Versuch, von den Weißen, die ihre Unwilligkeit bereits zur Genüge demonstriert hätten, Gerechtigkeit zu erbetteln. Entsprechend ist King für ihn ein „Onkel Tom”, der, ganz anders als die rebellischen „Feldsklaven”, nur ein weiterer den Weißen dienstbarer „Haussklave” ist. (Onkel Tom spielt an auf den servilen Haussklaven in Harriet Beecher-Stowes Roman „Onkel Toms Hütte”.)</p>
<p>King mochte „einen Traum” haben, den viele Schwarze teilten; Malcolm sah den gegenwärtigen Albtraum aller. 400 Jahre weißer Terror hätten hinreichend deutlich gemacht, dass die Weißen keine Kompromisse wollten, und dass das Gerede von Gleichberechtigung nichts als Heuchelei sei. Die Schwarzen sollen gewaltlos bleiben, sich nicht verteidigen, während der Ku-Klux-Klan ihre Kinder massakriert? Malcolm X hält derartige Aufforderungen für ein Verbrechen; für ein kollektives Verbrechen der Weißen (und ihrer schwarzen „Onkel Toms”) an seinem Volk. Die Weißen wählten wieder und wieder die Sprache der Gewalt, also müssten die Schwarzen beginnen, „ihre Sprache zu sprechen”, um verstanden zu werden. Die Afro-Amerikaner sollten endlich aufstehen und tun, was auch immer nötig sei, um sich selbst zu verteidigen, „by any means necessary”.</p>
<p>Um ihr Selbstbewusstsein zu erwecken, müssten die Afro-Afrikaner sich ihre eigene, von den Weißen verfälschte Geschichte neu aneignen. Die weiße Geschichtsschreibung hätte den Afro-Amerikanern das Image angedichtet, unterwürfig, dumm, harmlos und ignorant zu sein, und sie dadurch „psychologisch kastriert”. Die Schwarzen hätten aber immer Widerstand geleistet, z.B. durch bewaffnete Aufstände gegen die Sklaverei. Die weiße Lüge, Afrika sei lediglich ein wilder Dschungel und die Schwarzen seien erst durch sie zivilisiert worden, hätte einen ähnlichen Effekt gehabt. Dieser ideologische Unsinn müsse hinweggefegt und die „Neger” (wie sie sich damals auch untereinander bezeichneten) müssten beginnen, sich zugleich als Afrikaner und als Amerikaner, als Afro-Amerikaner, zu sehen.</p>
<p><strong>Malcolm X und die Nation of Islam</strong></p>
<p>Die Nation of Islam (NoI) – und vor allem Malcolm X als ihr Aushängeschild – wurde in den Medien zum Feindbild der weißen Nation stilisiert. Insbesondere Malcolm sei ein gewalttätiger „Hass-Prediger”, ein „schwarzes Monster”. Zwar ist dieser Vorwurf leicht zu widerlegen – es ging Malcolm X um Selbstverteidigung, um das Recht der Schwarzen auf Notwehr –, eine Gesamtbeurteilung der Nol blieb trotzdem ambivalent.</p>
<p>Die Betonung einer eigenständigen, kämpferischen afroamerikanischen Geschichte, der Stolz, den die „Schwarzen Muslime” mit ihrem Schwarz-Sein verbanden, ihre Kompromisslosigkeit und Radikalität machten sie zu einem wichtigen Ansprechpartner für die wachsende Ungeduld und Wut der afroamerikanischen Ghetto-Jugend. Die NoI und mit ihr Malcolm X trug mit diesem Ansatz des „Schwarzen Nationalismus” sicherlich ganz wesentlich zur „Black-Power-Bewegung” der 60er Jahre bei, war gewissermaßen ihr Vorläufer. Andererseits war die NoI kein bruchloses Vorbild; auch Oppositionsbewegungen gegen Rassismus richten sich nur selten nach harmonischen Wunschbildern. So war und ist die NoI sexistisch: Während die Männer die Macher sind, werden die Frauen rigoros auf ihren vermeintlich „natürlichen” Platz als Hausfrau und Mutter verwiesen und hierauf in eigenen Kursen gezielt vorbereitet. Sie können in der NoI keine wichtigen Funktionen übernehmen und auch der Fruit of Islam, der Selbstverteidigungsorganisation der Schwarzen Muslime, nicht beitreten. Kein Wunder also, dass die NoI bis heute vorrangig aus Männern besteht.</p>
<p>Die interne Hierarchie, angeführt vom „Botschafter Allahs” Elijah Muhammad (heute von seinem Nachfolger Louis Farrakhan), war kompromisslos. Diese Struktur wurde vom Charakter als Religionsgemeinschaft (die nicht in allen Punkten dem orthodoxen Islam entspricht) ebenso befördert, wie konkrete real politische Protestaktionen gebremst wurden. Zudem unterhielt die NoI fragwürdige Verbindungen zu weißen Befürwortern der Rassentrennung und dem Ku-Klux-Klan.</p>
<p><strong>Aufstieg und Abbruch</strong></p>
<p>Mit dem Wachsen der Nation of Islam, für welches auch Malcolm X als wichtiger Tempelleiter eine große Rolle spielte, wuchs der Reichtum von Muhammad und seiner Familie. Stimmen wurden laut, die Muhammad Korruption und Bereicherung vorwarfen. Er tätigte um des Geldes Willen auch Geschäfte mit radikalen weißen Gruppierungen. Malcolm X ignorierte diese Entwicklung, indem er die Vorwürfe als Gerüchte abtat. Nachdem Malcolm X die Ermordung John F. Kennedys folgendermaßen kommentierte: „a case of chickens coming home to roost” (Redewendung, bedeutet in etwa: „Eigene Taten fallen auf einen selbst zurück.”), wurde er im Dezember 1963 von der NoI mit einem 90-tägigen Redeverbot belegt. Als Elijah Muhammad den für verwerflich gehaltenen außerehelichen Sex praktizierte (mit der Erklärung, er müsse die Sünden aller Propheten als letzter der Propheten wiederholen), distanzierte Malcolm X sich zusehends von seinem Ziehvater.</p>
<p>1964 brach Malcolm X schließlich mit der Nation of Islam. Eine wichtige Rolle spielte dabei der Haddsch (die Pilgerfahrt nach Mekka). Er erlebte dort, wie Menschen verschiedenster Hautfarben in Frieden zusammenkommen. Er schloss sich dem sunnitischen Islam an und nannte sich von nun an Malik El-Shabazz.</p>
<p><strong>Beginnende Wandlung zu Weltoffenheit und Internationalismus</strong></p>
<p>Malcolm X unternahm eine Pilgerfahrt nach Mekka, das Geld dafür lieh er sich von der Stiefschwester. Die Einigkeit aller Völker und Rassen beeindruckte ihn während der Haddsch so sehr, dass er seine rassistische Einstellung überdachte. Er schloss sich dem sunnitischen Zweig des Islam an. Gleichzeitig initiierte er die Organisation für die afroamerikanische Einheit, deren Ziel die Selbstbestimmung der Schwarzen war. Im Gegensatz zu seiner Linie zur Zeit in der Nation of Islam war er jetzt auch bereit, die Unterstützung und Hilfe der Weißen anzunehmen und anzuerkennen, und wollte nach einer Etablierungsphase seiner Organisation auch ihr Recht auf Mitgliedschaft anerkennen. Malcolm verabschiedete sich von jedwedem Biologismus. Was zählte, war das konkrete Handeln der Menschen, egal welcher Hautfarbe. Politisch-aktivistischer Radikalismus war es, der ihn nun vorrangig interessierte. Im Anschluss an seinen Mekka-Aufenthalt machte er eine über vier Monate dauernde Reise durch Afrika. Im Kontakt mit den antikolonialistischen Kämpfern wurde sein Denken endgültig revolutioniert. So begann er in Afrika zu verstehen, dass in fortschrittlichen Staaten auch die Frauen fortschrittlich und kämpferisch sind, dass also das orthodox-islamische Frauenbild einer grundlegenden Korrektur bedurfte. Er sah, dass viele afrikanische Staaten, die gerade die Unabhängigkeit erkämpft hatten, den sozialistischen Weg einschlugen. Und er erkannte, mehr noch als zuvor, die Zusammenhänge zwischen afrikanischem und afroamerikanischem Befreiungskampf.</p>
<p>Der Internationalismus wurde zum zentralen Angelpunkt seines Denkens. Die Befreiung der Afro-Amerikaner sei nicht von derjenigen der Afrikaner zu trennen, da Rassismus in den USA des Rassismus des Weltmarktes bedurfte und umgekehrt. „Es ist unmöglich für einen Weißen, an den Kapitalismus und nicht zugleich an den Rassismus zu glauben. Es gibt keinen Kapitalismus ohne Rassismus.” Es seien daher dieselben Strukturprinzipien, die die Afro-Amerikaner in den USA wie die Afrikaner auf dem Kontinent unterdrückten. Die internationale Ausbeutung der „Dritten Welt” entspreche der nationalen der Afro-Amerikaner (und anderer „Dritte Welt-Menschen” in den kapitalistischen Metropolen). Daher „können wir keinen Schritt schneller vorangehen als die Afrikaner”. Malcolm sah, dass ein Vorwärtskommen allein im nationalen Maßstab nicht mehr möglich war. Dem Ziel, diese internationalen Herrschaftsverhältnisse zu bekämpfen und dazu die Befreiungskämpfe von Afrikanern und Afro-Amerikanern effektiv miteinander zu verbinden, galt fortan sein ganzes Engagement. Nach seiner Rückkehr in die USA gründete er deshalb die Organization of Afro-American Unity (OAAU). Sie sollte Verbindungen zwischen Afro-Amerikanern und Afrikanern schaffen und in die nationale Bürgerrechtsbewegung eingreifen. Malcolm X erklärte seine Bereitschaft, mit allen zusammenzuarbeiten, die konsequent für ein Ende der Apartheid eintraten. Aber er wusste auch, „dass es keine schwarz-weiße Einheit geben kann, bevor zuerst schwarze Einheit erreicht worden ist”.</p>
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