Der Student Benno Ohnesorg wird während einer Demonstration im Rahmen des Schah-Besuchs in Berlin erschossen
Benno Ohnesorg (* 15. Oktober 1940 in Hannover; † 2. Juni 1967 in Berlin) war Student der Romanistik und Germanistik in West-Berlin. Er war dort als Pazifist Mitglied einer evangelischen Studentengemeinde und wollte Gymnasiallehrer werden.
Durch seinen Tod wurde Ohnesorg bundesweit bekannt: Am 2. Juni 1967 wurde der 26-jährige bei einer Demonstration unter ungeklärten Umständen von dem Kriminalobermeister Karl-Heinz Kurras erschossen. Dies führte zu einer Ausbreitung und Radikalisierung der damaligen westdeutschen Studentenbewegung.
Todesumstände
Seit der Festnahme von elf Mitgliedern der Kommune I am 5. April 1967, die zu Unrecht eines geplanten Sprengstoffattentats auf US-Vizepräsident Hubert Humphrey verdächtigt wurden, war das Verhältnis zwischen Studenten und West-Berliner Behörden gespannt. Bei einer Demonstration gegen die Festnahme setzte die Polizei erstmals zivilgekleidete „Greiftrupps“ ein, die einzelne Demonstranten aus der Menge griffen, oft dabei misshandelten und dann wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt der uniformierten Polizei übergaben.
In einem Brief an Innensenator Wolfgang Büsch sprach Polizeipräsident Erich Duensing am 13. April von einem „Studentenkrieg“, der nicht mit Polizei, sondern nur mit Staatsanwälten und Gerichten zu bewältigen sei. In seiner Antwort am 8. Mai erwartete Büsch dagegen verschärfte Konfrontation, die größere Polizeiaufgebote notwendig machen würde. Er versicherte Duensing, dass „ihre Vorgesetzten auch dann für sie eintreten, wenn sich bei der nachträglichen taktischen und rechtlichen Prüfung Fehler herausstellen sollten. Das setzt allerdings voraus, dass diese Fehler nicht als Dienstpflichtverletzungen angesehen werden müssen.“[9] Er unterstützte also vorab erwartete Polizeimaßnahmen und wollte diese nicht gerichtlicher Prüfung aussetzen.
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