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	<title>Die 60er und 70er Jahre &#187; Politik</title>
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	<description>Zwei Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts im Fokus</description>
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		<title>Technische Entwicklungen der 60er Jahre</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Jun 2009 09:36:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bob Dylan</dc:creator>
				<category><![CDATA[1961]]></category>
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</html></div><p>In den 60er Jahren wurde der technische Fortschritt in vielen Bereichen vorangetrieben. Raumfahrt und Kernenergie sind die wohl herausragendsten Beispiele.</p>
<p>In der Raumfahrt fand seit den 50er Jahren eine Art &#8220;Wettrennen&#8221; zwischen den USA und der Sowjetunion statt. Die Sowjetunion schickte am 4. Oktober 1957 den ersten Sputnik-Satelliten ins All. Am 3. November folgte Sputnik 2 mit der Hündin Lajka an Bord, die damit das erste Lebewesen im Weltraum wurde. 1958 wurde in den USA die NASA als zivile Raumfahrtbehörde gegründet. Man hoffte so, mit den Sowjets Schritt halten zu können. Ab 1961 arbeiteten die Amerikaner am sogenannten Gemini-Projekt, welches Raumkapseln entwickeln sollte, die einen mehrtägigen, bemannten Raumflug ermöglichten. <span id="more-142"></span></p>
<p> </p>
<p>Gleichzeitig entwickelte man seit 1963 Mercury-Raketen, welche die Kapseln ins All trugen. Das sowjetische Gegenstück zu Gemini war die Raumkapsel Wostok. Am 12. April 1961 flog in &#8220;Wostok 1&#8243; Juri Gagarin als erster Mensch in den Weltraum. Nach dem Start vom kasachischen Kosmodrom Baikonur (Tjuratam) umkreiste die Raumkapsel einmal die Erde. Während des Flugs führte Gagarin einige Tests durch, die beweisen sollten, dass der Mensch auch unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit arbeiten kann. &#8220;Wostok 2&#8243; startete am 6. August 1961 und umkreiste 17-mal die Erde. Damit hatten die sowjetischen Wissenschaftler einen erheblichen Vorsprung gegenüber der amerikanischen Konkurrenz. Am 2. März 1965 machte der Kosmonaut Alexei Leonow von &#8220;Woschod 2&#8243; aus den ersten Weltraumspaziergang. Leonow gelangte über eine aufblasbare Luftschleuse in den freien Weltraum und hielt sich zwölf Minuten außerhalb des Raumschiffs auf.</p>
<p>Ehrgeiziges Ziel von Sowjetunion und USA war die Landung auf dem Mond. Für diese Mission entwickelten die Amerikaner das Raumschiff Apollo; die UdSSR hielten mit dem Raumfahrzeug Sojus dagegen. 1967 sorgten sowohl Apollo als auch Sojus 1 für negative Schlagzeilen: Bei einem Bodentest der Apollo kam es zu einem Brand, bei dem alle drei Astronauten in der Kapsel verbrannten. Wladimir Komarow, Kosmonaut auf der Sojus, verunglückte bei der Landung tödlich. Zwei Jahre später war es endlich soweit: Am 16. Juli 1969 startete die Apollo 11 in den Weltraum, am 20. Juli setzte die Landefähre &#8220;Eagle&#8221; auf: Einen Tag später betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Mond. Die spektakuläre Mission wurde live im Fernsehen übertragen. Diese Fortschritte führten dazu, dass man der Raumfahrt ein enormes Entwicklungspotential zurechnete. Mond-Tourismus schien in erreichbarer Nähe zu sein. Die ersten Reisebüros nahmen Buchungen entgegen.</p>
<p>Nachdem die UdSSR feststellen musste, dass sie das Rennen um die Erstlandung auf dem Mond verloren hatten, versuchten sie, ab 1971 im Saljut-Programm die erste Raumstation ins All zu bringen. Die Amerikaner zogen zwei Jahre später mit dem Skylab-Programm nach. Seit 1967 schon arbeiteten die Sowjets an der Entwicklung eines wiederverwertbaren Raumgleiters, die schließlich wegen zu hoher Kosten eingestellt wurde. In den USA entwickelte man seit 1972 das Konzept des Space-Shuttle, das eigenständig wieder in die Erdatmosphäre eintreten kann. 1986 schickten die Sowjets die MIR ins All. Die MIR befindet sich noch heute im All und ist die am längsten betriebene Raumstation überhaupt. Im Zuge der politischen Umwälzungen in der Sowjetunion entwickelte sich aus dem Gegeneinander allmählich ein Miteinander, 1985 beispielsweise koppelte eine amerikanische Apollo-Kapsel erstmals erfolgreich an eine sowjetische Saljut-Station an. Neuestes Projekt ist die Internationale Raumstation ISS, welche die MIR ablösen soll und an der sich verschiedene Nationen, u. a. die USA und Russland beteiligen.</p>
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		<title>Black Power</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Apr 2009 08:44:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bob Dylan</dc:creator>
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<p>Das Motto der Black-Power-Bewegung wurde 1966 von Stokeley Carmichael, dem Führer des Student Nonviolent Coordinating Committee (SNCC), als Antithese zum Wahlspruch der Freedom-Now-Bewegung von Martin Luther King jun. eingeführt, um den Anspruch der Schwarzen auf gleichberechtigte Beteiligung an der Macht unter Wahrung ihrer kulturellen Identität zu unterstreichen. Carmichael lehnte das Integrationskonzept Kings als freiwillige Unterwerfung unter das Supremat (die Oberhoheit) der Weißen ab und hielt das Paktieren mit liberalen Exponenten der ökonomisch gut abgesicherten weißen Mittelschicht als Irrweg, solange die überwiegende Mehrheit der schwarzen Amerikaner in Armut lebe.</p>
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		<title>September 1972</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Sep 2008 12:52:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bob Dylan</dc:creator>
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</html></div><h2>Geiselnahme von München</h2>
<p>Die Geiselnahme von München wird oft auch als Olympia-Attentat oder im nicht deutschsprachigen Ausland sinngemäß als München-Massaker oder Massaker von München bezeichnet. Es handelt sich dabei um den Angriff palästinensischer Terroristen auf die israelische Mannschaft während der Olympischen Sommerspiele von 1972 in München. Die palästinensische Terrorgruppe Schwarzer September nahm elf Athleten der israelischen Mannschaft als Geiseln. Zwei der Geiseln wurden bereits bei der Geiselnahme ermordet, bei einem gescheiterten und unzulänglichen Befreiungsversuch der deutschen Behörden wurden alle anderen Geiseln, ein deutscher Polizist und fünf Terroristen getötet. Insgesamt kamen somit in München und am Flugplatz Fürstenfeldbruck 17 Menschen ums Leben, bei israelischen Vergeltungsaktionen wiederum einige weitere direkt und indirekt an dem Anschlag Beteiligte in den Jahren nach 1972.</p>
<p><span id="more-37"></span></p>
<p> Um 4:10 Uhr am Morgen des 5. September 1972 kletterten acht Mitglieder der palästinensischen Terrororganisation Schwarzer September über den Zaun bei Tor 25A und betraten das Olympische Dorf. Sie drangen in das Appartement der israelischen Olympiamannschaft in der Connollystraße 31 ein. Die mit Sturmgewehren vom Typ AK-47 bewaffneten Geiselnehmer hatten keine Mühe, die israelischen Sportler zu überwältigen, da diese die Türen nicht abgeschlossen hatten und die Sicherheitsbedingungen während der Olympischen Spiele bewusst locker gehalten wurden, um die positive Veränderung zu demonstrieren, die sich in Deutschland seit den Olympischen Spielen 1936 vollzogen hatte. Die Terroristen nahmen elf Geiseln: David Mark Berger, Ze&#8217;ev Friedman, Joseph Gottfreund, Eliezer Halfin, Joseph Romano, André Spitzer, Amitsur Schapira, Kahat Schor, Mark Slavin, Jaakov Springer und Moshe Weinberg. Weinberg und Romano wurden gleich zu Beginn der Aktion verwundet. Weinberg wurde wenig später bei einem Fluchtversuch erschossen. Romano starb etwa zwei Stunden nachdem er angeschossen wurde an seinen Verletzungen, da kein Arzt zu ihm gelassen wurde.</p>
<p>Die Terroristen verlangten bis 9:00 Uhr morgens die Freilassung und das freie Geleit von 232 Palästinensern, die in israelischen Gefängnissen ihre Haft verbüßten, sowie die Freilassung der deutschen Terroristen Andreas Baader und Ulrike Meinhof und des japanischen Terroristen Kozo Okamoto. Israel lehnte die Erpressung ab, um nach Aussage von Ministerpräsidentin Golda Meir nicht für alle Zukunft das Leben israelischer Staatsbürger im Ausland zu riskieren.<br />
Der Bürgermeister des Olympischen Dorfes Walther Tröger, NOK-Präsident Willi Daume, Polizeipräsident Manfred Schreiber, der Sicherheitschef der XX. Olympischen Spiele, der bayerische Innenminister Bruno Merk und auch der damalige Bundesinnenminister Hans-Dietrich Genscher boten sich den Terroristen als Ersatzgeiseln an. Dies wurde jedoch nicht akzeptiert.</p>
<p>Eine Viertelstunde vor Ablauf des ersten Ultimatums wurde mit den Terroristen eine Verlängerung um drei Stunden ausgehandelt. Als dieses Ultimatum ablief, verhandelte der Krisenstab erneut mit dem Anführer der Terroristen, der sich „Issa“ nannte. Mit Hilfe eines Abgesandten der Arabischen Liga und des Missionschefs der ägyptischen Delegation gelang es, das Ultimatum um weitere fünf Stunden bis 17 Uhr zu verlängern. Die Terroristen hatten unterdessen aus Radio und Fernsehen vom Aufmarsch der Polizei erfahren, die eine Befreiungsaktion geplant hatte. Man hatte versäumt, den Terroristen den Strom abzustellen und die Presse aus dem Olympischen Dorf entfernen zu lassen. Die Befreiungsaktion musste deshalb ausgesetzt werden.</p>
<p>Danach verlangten die Terroristen, nach Kairo ausgeflogen zu werden. Die deutschen Verhandlungspartner gaben vor zuzustimmen. Zwei Hubschrauber des Bundesgrenzschutzes (BGS) transportierten die Terroristen und ihre Geiseln zum nahe gelegenen Flugplatz Fürstenfeldbruck, wo eine Boeing 727 vollgetankt und mit laufenden Triebwerken auf sie wartete.</p>
<p>Die deutschen Polizeibehörden planten, die Terroristen am Flughafen anzugreifen. Dort befanden sich jedoch nur fünf Scharfschützen, da nur von fünf Geiselnehmern ausgegangen worden war. Tatsächlich waren es insgesamt jedoch acht. Es befand sich auch noch ein Freiwilligenkommando der Polizei (bestehend aus normalen Streifenpolizisten) – getarnt als Crew – im Flugzeug. Das Kommando beendete nach Abstimmung die Aktion eigenmächtig und kurzfristig, da sich die Mitglieder für nicht ausreichend ausgebildet hielten. Die auf dem Dach des Flughafengebäudes und auf dem Rollfeld postierten Polizeibeamten waren nicht als Präzisionsschützen ausgebildet. Man hatte sie nur notdürftig mit ausgesuchten Sturmgewehren vom Typ G3 ausgestattet, obwohl die Münchner Polizei 1972 bereits Scharfschützengewehre in ihre Beständen führte. Allerdings waren damals noch keine eigenen Scharfschützen ausgebildet. Die Bereitstellung von Panzerfahrzeugen war völlig versäumt worden. Erst während der folgenden zweistündigen Schießerei wurden sie als Verstärkung gerufen. Sie trafen allerdings wegen des starken Verkehrs und der vielen Schaulustigen erst eine Stunde später, als die Kämpfe fast vorbei waren, ein.</p>
<p>Zwei der Terroristen, die sich selbst „Issa“ und „Tony“ nannten, stellten fest, dass sich keine Crew an Bord befand. Gegen 23:00 Uhr, als sie zu den Hubschraubern zurückeilten, eröffneten die Scharfschützen das Feuer. In diesem Moment schaltete die Polizei große Scheinwerfer ein und bestrahlte damit das Rollfeld. Die Terroristen ihrerseits beschossen die Scheinwerfer. Die Scharfschützen hatten keinen Funkkontakt zueinander und schossen ohne Zielabsprache. Zudem hatten sie weder Nachtsichtgeräte noch Helme. So wurde mit der ersten Salve nur ein Terrorist getroffen, nämlich der stellvertretende Kommandoführer, der mit „Issa“ zuvor das Flugzeug kontrolliert hatte. „Issa“ ließ den Verletzten liegen und gelangte zurück zu den übrigen Terroristen. Drei von ihnen begannen, verdeckt hinter den Hubschraubern und außerhalb des Sichtfelds der Scharfschützen, das Feuer zu erwidern. Der Kampf zog sich über 45 Minuten hin, bis die aus München angeforderten Panzerfahrzeuge der Polizei eintrafen.</p>
<p>Durch den Anblick der Panzerfahrzeuge wurde einem der Terroristen die Ausweglosigkeit der Entführung offensichtlich bewusst. Er eröffnete das Feuer auf die wehrlosen Geiseln des ersten Hubschraubers und gab damit zwei anderen Terroristen die Gelegenheit, aus der Deckung aufzutauchen. Er sprang aus dem Hubschrauber und ermordete mit einer Handgranate die Geiseln im Hubschrauber. Alle drei Terroristen starben durch die Schüsse der Scharfschützen. Die anderen fünf Geiseln im zweiten Hubschrauber wurden während des Kampfes ebenfalls getötet.</p>
<p>Die beiden Hubschrauber sollten mit den Türen zum Tower landen, damit alle fünf Scharfschützen ein freies Schussfeld hatten. Aus unbekannten Gründen landeten beide Helikopter mit der Schnauze zum Tower, wodurch der fünfte Scharfschütze im Schussfeld von Schütze eins, zwei und drei lag. Er hatte deshalb bislang nicht in den Kampf eingegriffen. Außerdem lag er völlig ungedeckt ohne Helm und Schutzweste hinter einer knöchelhohen Mauer auf dem Rollfeld, die Hubschrauber und die Terroristen zwischen sich und seinen Kollegen. Um von diesen nicht irrtümlich beschossen zu werden, gab er während der Aktion keinen Schuss ab. Erst als ein flüchtender Terrorist versehentlich direkt auf ihn zulief, tötete er diesen durch einen Kopfschuss. Dadurch aber erregte er die Aufmerksamkeit der frisch eingetroffenen Polizeiverstärkung, welche die Positionen der eigenen Scharfschützen nicht kannte. Für einen der Entführer gehalten, wurden er und ein neben ihm Schutz suchender Hubschrauberpilot unter „Friendly Fire“ genommen und schwer verletzt.</p>
<p>Die Aktion endete im Fiasko: Sämtliche Geiseln starben, der an der Schießerei unbeteiligte bayerische Polizeiobermeister Anton Fliegerbauer, der das Geschehen von einem Erdgeschossfenster des Flughafentowers beobachtet hatte, wurde durch eine verirrte Kugel tödlich am Kopf getroffen. Der Bundesgrenzschutz-Pilot Gunnar Ebel, Hauptmann im BGS, der als Verbandsführer einen der beiden Hubschrauber vom Typ Bell UH-1D flog, musste mit schweren Verletzungen, die ein Geschoss verursacht hatte, ins Krankenhaus.</p>
<p>Die Untersuchung der bayerischen Polizei schloss nicht aus, dass einige der Geiseln versehentlich von der Polizei erschossen worden sein könnten. Genauso ist es möglich, dass einer der Terroristen alle Geiseln erschoss. Eine definitive Aufklärung des Falles konnte wegen der stark verbrannten Körper nicht durchgeführt werden.</p>
<p>Die drei überlebenden Geiselnehmer wurden nie vor Gericht gestellt. Sie wurden wenige Wochen später gegen Passagiere und Besatzung der entführten Lufthansa-Maschine „Kiel“ ausgetauscht. Im Nachhinein wurden jedoch viele der vermeintlichen Drahtzieher und Beteiligten in einer Reihe israelischer Geheimdienstaktionen von der eigens gebildeten Sondereinheit Caesarea getötet, unter ihnen offenbar auch zwei der drei überlebenden palästinensischen Geiselnehmer.<br />
Quelle:wikipedia.de</p>
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		<title>September 1964</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Aug 2008 12:12:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bob Dylan</dc:creator>
				<category><![CDATA[1964]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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</html></div><h2>Malta erlangt die Unabhängigkeit</h2>
<p><a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/eb/Coat_of_arms_of_Malta.svg"><img src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/e/eb/Coat_of_arms_of_Malta.svg/390px-Coat_of_arms_of_Malta.svg.png" border="0" alt="Bild:Coat of arms of Malta.svg" width="390" height="514" /></a></p>
<p>Die Republik Malta (maltesisch: Repubblika ta&#8217; Malta) ist ein südeuropäischer Inselstaat im Mittelmeer. Der maltesische Archipel verteilt sich auf die drei bewohnten Inseln Malta (etwa 246 km²), Gozo (maltesisch Għawdex, etwa 67 km²) und Comino (Kemmuna, etwa 3 km²) sowie auf die unbewohnten Inseln Cominotto (Kemmunett), Filfla (Filfola), St. Paul&#8217;s Islands und Fungus Rock. Die Hauptinsel Malta ist in zwei Regionen mit fünf Bezirken gegliedert. Gozo und Comino bilden zusammen die dritte Region und den sechsten Bezirk. Der Name stammt von der punischen Bezeichnung für Zufluchtsort malet, die Griechen nannten die Inseln Melita.</p>
<p><span id="more-30"></span></p>
<p>Malta wurde am 21. September 1964 vom Vereinigten Königreich unabhängig. Am 1. Mai 2004 wurde Malta Mitglied der Europäischen Union und ist seitdem ihr kleinster Staat. Zum 1. Januar 2008 wurde in Malta der Euro eingeführt.</p>
<p>Die maltesischen Inseln liegen im Mittelmeer etwa 95 km südlich von Sizilien, 290 km östlich von Tunesien und 360 km nördlich von Libyen am östlichen Ende der Straße von Sizilien. Die drei größten Inseln Malta (etwa 246 km²), Gozo (70 km²) und Comino (3 km²) sind bewohnt. Die Inseln sind Reste einer alten Landverbindung zwischen Afrika und Europa, die durch den etwa 11.000 v. Chr. begonnenen Meeresanstieg unterbrochen wurde. Der höchste Berg bzw. die höchste Erhebung ist Ta&#8217; Dmejrek in den Dingli Cliffs mit 253 m über NN.<br />
Malta verfügt nur über spärliche Süßwasservorkommen. Laut Angaben der UN ist es das wasserärmste Land der Welt. Aus diesem Grund wird mittlerweile die Trinkwasserversorgung aus vier Umkehrosmoseanlagen (Meerwasserentsalzungsanlagen) und einer Brauchwasseraufbereitungsanlage sichergestellt. Die Bewässerung der öffentlichen Anlagen und der Landwirtschaft erfolgt hingegen durch aufgefangenes Regenwasser und Grundwasserbrunnen. Zudem gibt es große Tanker, die mit Süßwasser nach Malta fahren und die Bevölkerung beliefern.<br />
Die größten Gemeinden sind (Stand 1. Januar 2005): Birkirkara 21.676 Einwohner, Qormi 18.230 Einwohner, Mosta 17.789 Einwohner, Żabbar 15.030 Einwohner, Sliema 12.993 Einwohner, Victoria 12.914 Einwohner und San Ġwann 12.346 Einwohner. Die Hauptstadt Valletta hat 7.173 Einwohner und ist damit die kleinste Hauptstadt eines EU-Landes.<br />
Quelle:wikipedia.de</p>
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		<title>August 1961</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Aug 2008 07:54:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bob Dylan</dc:creator>
				<category><![CDATA[1961]]></category>
		<category><![CDATA[August]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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</html></div><h2>der Bau der Berliner Mauer beginnt</h2>
<p><a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/5d/Berlinermauer.jpg"><img src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/5d/Berlinermauer.jpg" border="0" alt="Bild:Berlinermauer.jpg" width="400" height="300" /></a></p>
<p>Die Berliner Mauer, in der DDR-Propaganda euphemistisch auch als „antifaschistischer Schutzwall“ und „befestigte Staatsgrenze“ bezeichnet, war über 28 Jahre ein Teil der innerdeutschen Grenze. Sie trennte vom 13. August 1961 bis zum 9. November 1989 innerhalb der Viersektorenstadt ganz West-Berlin vom Ostteil und dem umgebenden Gebiet der DDR. Sie war eines der markantesten Symbole für den Ost-West-Konflikt und die Teilung Deutschlands. Bei den Versuchen, die 167,8 Kilometer langen, schwer bewachten Grenzanlagen in Richtung West-Berlin zu überwinden, wurden viele Menschen getötet. Die genaue Zahl der Maueropfer ist umstritten und nicht gesichert, die Angaben schwanken zwischen 86 und 238 Todesfällen.</p>
<p><span id="more-26"></span></p>
<p>Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 wurde Deutschland auf Beschluss der Jaltakonferenz in vier Besatzungszonen aufgeteilt, die von den alliierten Staaten USA, Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich kontrolliert und verwaltet wurden. Analog wurde Berlin als ehemalige Hauptstadt des Deutschen Reiches in vier Sektoren geteilt. Wenig später begann auf verschiedensten Ebenen der Kalte Krieg zwischen West und Ost. Berlin wurde zu einem zentralen Gebiet vom gegenseitigen Bespitzelungen der Geheimdienste aus Ost und West. 1948 kam es im Kalten Krieg mit der Berlin-Blockade der Sowjetunion zu einer ersten großen Krise. Am 23. Mai 1949 wurde in den drei Westzonen die Bundesrepublik Deutschland und am 7. Oktober des gleichen Jahres in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) die DDR gegründet. Formal hatte Berlin den Status einer bezüglich deutschen Militärs entmilitarisierten Viersektorenstadt und war unabhängig von den beiden deutschen Staaten, was jedoch in der Praxis wenig Bedeutung hatte – West-Berlin näherte sich in vielem dem Status eines Bundeslandes an und wurde von bundesdeutscher Seite auch als solches betrachtet[2], allerdings wurde später im Rahmen der Entspannungspolitik und der Ostverträge darauf verzichtet, in West-Berlin Sitzungen des Bundestages, -rates und der Bundesversammlung stattfinden zu lassen. Ost-Berlin wurde bei der Gründung der DDR vertragswidrig Hauptstadt, die propagandistische Bezeichnung Hauptstadt der DDR wurde allerdings erst später eingeführt.</p>
<p>Bereits im Sommer 1945 wurden Demarkationslinien zwischen den Besatzungszonen, die sog. „Zonengrenzen“ gezogen. Teilweise wurden Schlagbäume und weiß-gelbe Holzpfeiler errichtet sowie Farbmarkierungen an Bäumen vorgenommen. Es war nun eine Genehmigung erforderlich, um die Zonengrenze zu überschreiten, nur für Pendler und Bauern wurde ein kleiner Grenzverkehr eingeführt. Auf Befehl der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) wurde in der SBZ eine Grenzpolizei aufgebaut, die am 1. Dezember 1946 erstmals aktiv wurde, Bestimmungen für den Gebrauch der Schusswaffe wurden erlassen. Für Reisen zwischen der SBZ und den Westzonen mussten nun Interzonenpässe beantragt werden. Erste Grenzanlagen wurden auf der Ostseite errichtet, insbesondere in Waldgebieten Stacheldraht-Hindernisse, an grenzüberschreitenden Straßen und Wegen Straßensperren.</p>
<p>Seit der Errichtung der DDR flüchteten Bürger in steigender Zahl in die Bundesrepublik, wobei auch abenteuerliche Fluchtmöglichkeiten ergriffen wurden. Seit 1952 wurde die innerdeutsche Grenze durch die DDR mittels Zäunen, Bewachung und Alarmvorrichtungen gesichert.</p>
<p>Es wurde eine fünf Kilometer breite Sperrzone eingerichtet, die nur mit einer Sondergenehmigung – typischerweise für Anwohner – betreten werden durfte. Hin zur Grenze gab es wiederum einen 500 Meter breiten Schutzstreifen, an den sich unmittelbar an der Grenze ein zehn Meter breiter Kontrollstreifen anschloss.</p>
<p>Offen blieb hingegen die 45,1 km lange Sektorengrenze als Stadtgrenze zwischen West-Berlin und Ost-Berlin, die kaum zu kontrollieren war und wie ein Schlupfloch wirkte. Zwischen 1949 und 1961 verließen etwa 2,6 Millionen Bürger die DDR und Ost-Berlin, davon flohen alleine 1961 in den beiden ersten Augustwochen 47.433 DDR-Bürger. Außerdem war für viele Polen und Tschechen West-Berlin ein Tor in den Westen. Da es sich dabei oft um gut ausgebildete junge Menschen handelte, bedrohte diese Abwanderung die Wirtschaftskraft der DDR und letztlich den Bestand des Staates. Etwa 50.000 Ost-Berliner arbeiteten zudem als sogenannte Grenzgänger in West-Berlin, lebten und wohnten aber zu den finanziell günstigen Bedingungen in Ost-Berlin oder im Berliner Umland. Am 4. August 1961 wurden die Grenzgänger per Verordnung durch den Ost-Berliner Magistrat angewiesen, sich registrieren zu lassen und Mieten sowie Mietnebenkosten künftig in DM (West) zu zahlen. Schon vor dem Mauerbau kontrollierte die Volkspolizei im Ostteil Berlins die in den Westteil der Stadt führenden Straßen und Verkehrsmittel intensiv auf so genannte verdächtige „Republikflüchtlinge“ und „Schmuggler“. Außerdem kauften viele West-Berliner und in West-Berlin arbeitende Ost-Berliner, mit der auf dem Devisenschwarzmarkt günstig getauschter Ostmark – Umtauschkurs ca. 1:4 – die vergleichsweise billigen Grundnahrungsmittel und die wenigen hochwertigen Konsumgüter in Ost-Berlin. Das planwirtschaftliche Wirtschaftssystem auf östlicher Seite wurde dadurch zusätzlich geschwächt. Die Mauer sollte den Machthabern des Ostblocks dazu dienen, die umgangssprachlich so bezeichnete „Abstimmung mit den Füßen“, weg aus dem „Sozialistischen Arbeiter- und Bauernstaat“, endgültig durch Abriegelung der Grenzen zu stoppen.</p>
<p>Der Plan zum Bau der Mauer in Berlin war ein Staatsgeheimnis der DDR-Regierung.</p>
<p>Die Mauer wurde auf Geheiß der SED-Führung unter Schutz und Überwachung durch Volkspolizisten und Soldaten der Nationalen Volksarmee von Bauarbeitern errichtet – entgegen den Beteuerungen des Staatsratsvorsitzenden der DDR, Walter Ulbricht auf einer internationalen Pressekonferenz in Ost-Berlin am 15. Juni 1961. Die Journalistin Annamarie Doherr von der Frankfurter Rundschau hatte damals die Frage gestellt:</p>
<p>„Ich möchte eine Zusatzfrage stellen. Doherr, Frankfurter Rundschau. Herr Vorsitzender, bedeutet die Bildung einer freien Stadt Ihrer Meinung nach, dass die Staatsgrenze am Brandenburger Tor errichtet wird? Und sind Sie entschlossen, dieser Tatsache mit allen Konsequenzen Rechnung zu tragen?“</p>
<p>Walter Ulbricht antwortete:</p>
<p>„Ich verstehe Ihre Frage so, dass es Menschen in Westdeutschland gibt, die wünschen, dass wir die Bauarbeiter der Hauptstadt der DDR mobilisieren, um eine Mauer aufzurichten, ja? Ääh, mir ist nicht bekannt, dass [eine] solche Absicht besteht, da sich die Bauarbeiter in der Hauptstadt hauptsächlich mit Wohnungsbau beschäftigen und ihre Arbeitskraft voll eingesetzt wird. Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.“</p>
<p>Ulbricht war damit der erste, der den Begriff Mauer in diesem Bezug verwendete – zwei Monate, bevor sie überhaupt stand.</p>
<p> <br />
Zwar wurden die Westalliierten durch Gewährsleute über die Planung „drastischer Maßnahmen“ zur Abriegelung von West-Berlin informiert, vom konkreten Zeitpunkt und Ausmaß der Absperrung gaben sie sich jedoch öffentlich überrascht. Da ihre Zugangsrechte nach West-Berlin nicht beschnitten wurden, griffen sie nicht militärisch ein. Die Außenminister der drei Westmächte und der Bundesrepublik beschlossen am 7. August in Paris, vorbereitende Maßnahmen zu treffen, um einer kritischen Situation in Berlin begegnen zu können.</p>
<p>Auch der Bundesnachrichtendienst (BND) hatte ähnliche Informationen bereits Mitte Juli erhalten. Nach Ulbrichts Besuch bei Chruschtschow während des hochrangigen Treffens der Warschauer Paktstaaten in Moskau vom 3. bis 5. August stand im BND-Wochenbericht vom 9. August:</p>
<p>„Vorliegende Meldungen zeigen, daß das Pankower Regime sich darum bemüht, die Einwilligung Moskaus für die Inkraftsetzung durchgreifend wirksamer Sperrmaßnahmen – wozu insbesondere eine Abriegelung der Berliner Sektorengrenze und die Unterbrechung des S- und U-Bahn-Verkehrs in Berlin gehören würde – zu erhalten. […] Es bleibt abzuwarten, ob und wie weit Ulbricht […] in Moskau […] mit entsprechenden Forderungen durchzudringen vermochte.“</p>
<p>In der veröffentlichten Erklärung der Teilnehmerstaaten des Treffens des Warschauer Pakts wurde vorgeschlagen, „an der Westberliner Grenze der Wühltätigkeit gegen die Länder des sozialistischen Lagers den Weg zu verlegen und um das Gebiet Westberlins eine verlässliche Bewachung und wirksame Kontrolle zu gewährleisten.“ Am 7. August kündigte Ministerpräsident Chruschtschow in einer Rundfunkrede eine Verstärkung der sowjetischen Streitkräfte an den Westgrenzen und die Einberufung von Reservisten an. Am 11. August billigte die Volkskammer der DDR die Ergebnisse der Moskauer Beratung und bevollmächtigte den Ministerrat zu allen entsprechenden Maßnahmen. Der Ministerrat der DDR beschloss am 12. August den Einsatz der „bewaffneten Organe“ zur Besetzung der Grenze zu West-Berlin und zur Errichtung von Grenzsperren.</p>
<p>Am Samstag, dem 12. August, ging beim BND aus Ost-Berlin folgende Information ein: „Am 11. August 1961 hat eine Konferenz der Parteisekretäre der parteigebundenen Verlage und anderer Parteifunktionäre beim ZK der SED stattgefunden. Hier wurde u. a. erklärt: […] Die Lage des ständig steigenden Flüchtlingsstroms mache es erforderlich, die Abriegelung des Ostsektors von Berlin und der SBZ in den nächsten Tagen – ein genauer Tag wurde nicht angegeben – durchzuführen und nicht, wie eigentlich geplant, erst in 14 Tagen.“</p>
<p>In der Nacht vom 12. auf den 13. August 1961 begannen die NVA, 5000 Angehörige der Deutschen Grenzpolizei (Vorläufer der Grenztruppen), 5000 Angehörige der Schutz- und Kasernierten Volkspolizei und 4500 Angehörige der Betriebskampfgruppen die Straßen und Gleiswege nach West-Berlin abzuriegeln. Sowjetische Truppen hielten sich in Gefechtsbereitschaft und waren an den alliierten Grenzübergängen präsent. Alle noch bestehenden Verkehrsverbindungen zwischen den beiden Teilen Berlins wurden unterbrochen. Dies betraf allerdings nur noch die U-Bahn und die S-Bahn. Jedoch waren die West-Berliner S-Bahn- und U-Bahn-Linien auf den Tunnelstrecken unter Ost-Berliner Gebiet nur insoweit betroffen, dass die Stationen abgesperrt wurden und ein Ein- bzw. Ausstieg nicht mehr möglich war. Die Züge fuhren ab dem 13. August abends ohne planmäßigen Halt durch die zu so genannten Geisterbahnhöfen gewordenen Stationen. Nur die den Bahnhof Friedrichstraße berührenden Linien hatten einen Halt zum Erreichen der dort eingerichteten Grenzübergangsstelle. Erich Honecker war als damaliger ZK-Sekretär für Sicherheitsfragen für die gesamte Planung und Umsetzung des Mauerbaus politisch im Namen der SED-Führung verantwortlich.</p>
<p>Die Bezeichnung eines einzelnen Tages als „Bau der Mauer“ ist vollkommen unzutreffend, da an diesem Tag „nur“ die Sektorengrenze abgeriegelt wurde. Vielfach wurde zunächst nur ein Zaun errichtet bzw. Hauseingänge zugemauert. Auch in den Tagen nach dem Mauerbau kam es noch zu vielfachen Fluchtversuchen, zum Teil aus den Fenstern der unmittelbar auf der Grenze stehenden Häuser, wo Zug um Zug zunächst die Fenster der unteren Geschosse zugemauert wurden um später die Häuser ganz abzureißen. Die Abriegelung brachte auch obskure Situationen mit sich, vor allem im Bereich der Exklaven, wo es später teilweise auch zu Gebietsaustauschen kam. Interessanterweise wurde das Lenne-Dreieck, obwohl zu Ost-Berlin gehörend, bei der Mauer ausgespart. Mangels Befugnis der West-Berliner Behörden entwickelte sich das Terrain zeitweise zu einem faktisch rechtsfreien Raum.</p>
<p>Die sowjetische Regierung erklärte am 24. August, dass die Luftkorridore nach West-Berlin zur Einschleusung westdeutscher „Agenten, Revanchisten und Militaristen“ missbraucht würden. West-Berlin gehöre nicht zur Bundesrepublik; deshalb könne sich die Kompetenz von Amtsstellen der Bundesrepublik nicht auf Berlin erstrecken.</p>
<p>Bis zum September 1961 desertierten allein von den eingesetzten Sicherungskräften 85 Mann nach West-Berlin, außerdem gab es 216 gelungene Fluchtversuche von 400 Menschen. Unvergessen sind bekannt gewordene Bilder von an Bettlaken aus den angrenzenden Häusern herabgelassenen Flüchtlingen und dem den Stacheldraht überspringenden jungen Grenzpolizisten Conrad Schumann in der Bernauer Straße.<br />
Quelle:wikipedia.de</p>
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		<title>April 1975</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Aug 2008 09:33:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bob Dylan</dc:creator>
				<category><![CDATA[1975]]></category>
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</html></div><h2>am 30.April endet der Vietnam-Krieg mit der Einnamhe Saigons</h2>
<p>Der Vietnamkrieg (auch Zweiter Indochinakrieg oder Amerikanischer Krieg) bezeichnet die letzte, besonders verlustreiche Etappe in einem dreißigjährigen bewaffneten Konflikt, der 1946 mit dem Widerstand der vietnamesischen Kommunisten und anderer Gruppierungen gegen die französische Kolonialmacht begonnen hatte. Er steht als Stellvertreterkrieg im Kontext des Kalten Krieges.</p>
<p>Seit dem Jahre 1954 war Vietnam in einen kommunistischen Norden und einen antikommunistischen Süden geteilt, was zunächst als Provisorium gedacht war. Der Süden wurde nur wenige Jahre später Schauplatz eines Bürgerkriegs, den die Vereinigten Staaten als Bedrohung ihrer Interessen interpretierten. Die offene Intervention der USA begann mit der Bombardierung Nordvietnams vom 2. März 1965. Am 8. März 1965 landeten die ersten regulären US-Kampftruppen im Land. Zuvor war das südvietnamesische Regime bereits mit einem kontinuierlich verstärkten Kontingent von „Militärberatern“ gegen die Guerilla der kommunistisch dominierten Nationalen Front für die Befreiung Südvietnams (im Folgenden FNL – Front National de Libération –, auch NFL, im allgemeinen Sprachgebrauch Vietcong genannt) unterstützt worden. Die Grundlage für das offene Engagement der USA bildete der gefälschte Tonkin-Zwischenfall vom August 1964, welcher der Regierung Johnson den Anlass gab, den US-Kongress davon zu überzeugen, ein offenes Eingreifen zu legitimieren.</p>
<p>Die Sowjetunion und die Volksrepublik China stellten Nordvietnam militärische Hilfe zur Verfügung. Ab 1970 weiteten die Vereinigten Staaten ihre militärischen Aktionen, insbesondere die verheerenden Bombardierungen, auf die Nachbarstaaten Kambodscha und Laos aus. Die USA konnten ihr Ziel &#8211; Stabilisierung des Südens &#8211; allerdings nicht erreichen, sodass ab 1969 bis zum März 1973 die US-Truppen wieder aus Südvietnam abgezogen wurden. Der Krieg endete mit der Einnahme Sàigòns am 30. April 1975 durch nordvietnamesische Truppen und hatte die Wiedervereinigung des Landes zur Folge.</p>
<p>Der Vietnamkrieg forderte etwa drei Millionen Todesopfer, davon waren zwei Millionen Zivilpersonen. Vier Millionen Menschen erlitten schwere Verletzungen</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="344" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/Gz3Cc7wlfkI&amp;hl=de&amp;fs=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="344" src="http://www.youtube.com/v/Gz3Cc7wlfkI&amp;hl=de&amp;fs=1" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Viele amerikanische Antikriegsfilme beschäftigen sich seither mit dem Kriegstraume.</p>
<p>Apocalypse Now ist ein Antikriegsfilm aus dem Jahr 1979, dessen Handlung während des Vietnamkriegs spielt. Er basiert auf einer freien Interpretation von Joseph Conrads Erzählung Herz der Finsternis sowie auf Michael Herrs Vietnamkriegs-Reportagen An die Hölle verraten &#8211; Dispatches.</p>
<p><span id="more-23"></span></p>
<p>Francis Ford Coppolas Produktionsfirma American Zoetrope produzierte den Kinofilm für United Artists.</p>
<p>Im Jahr 2001 erschien eine überarbeitete Director&#8217;s Cut Fassung unter dem Titel Apocalypse Now Redux, die insgesamt etwa 50 Minuten zusätzliches Material gegenüber der Original-Kinofassung bietet, womit die Gesamtspielzeit des Films ca. 195 Minuten beträgt.</p>
<p>Quelle:wikipedia.de</p>
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		<title>September 1973</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Aug 2008 10:08:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bob Dylan</dc:creator>
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</html></div><h2>Putsch in Chile</h2>
<p>Am 11. September 1973 putschte das Militär in Chile. Der drei Jahre zuvor demokratisch gewählte sozialistische Präsident Salvador Allende kam unter ungeklärten Umständen zu Tode, nachdem die Luftwaffe begonnen hatte, den Präsidentenpalast La Moneda zu bombardieren. Eine Militärjunta unter der Führung von Augusto Pinochet regierte Chile daraufhin bis zum 11. März 1990 als Diktatur. Der Putsch wurde von den USA politisch und finanziell unterstützt und war ein zentrales Ereignis im Kalten Krieg, mit ähnlich symbolhafter Bedeutung wie die Revolution in Kuba.</p>
<p>Regierung Allendes<br />
1970 war der Sozialist Salvador Allende mit Unterstützung des Linksbündnisses Unidad Popular ins Präsidentenamt gewählt worden. Schon in den 1960er Jahren hatte sich das Land politisch immer mehr polarisiert. Allendes Vorgänger, Eduardo Frei Montalva, hatte bereits tiefe soziale und ökonomische Reformen begonnen, etwa die Kupferminen – Chiles wichtigstes Exportprodukt – teilweise verstaatlicht. Allende führt diese Politik weiter und vertiefte sie. Neben der vollständigen und entschädigungslosen Verstaatlichung der großen Kupferminen führte er eine umfassende Agrarreform und eine teilweise Nationalisierung von großen Banken und Industriebetrieben durch.</p>
<p>Zunehmende Politische Gewalt<br />
1971 wurde der Christdemokrat und Ex-Minister Pérez Zújovic ermordet und die Tat der linksextremistischen Gruppe Vanguardia Obrero Popular (VOP) angelastet. Die Linksparteien warfen den Rechten vor, den Mord verübt zu haben, um die Christdemokraten von der Unterstützung Allendes abzubringen. Die genauen Hintergründe des Anschlages konnten bis heute nicht vollständig aufgeklärt werden. Im folgenden Jahr beendeten die Christdemokraten ihre Unterstützung für Allende und schlossen sich der rechten Opposition an.</p>
<p><span id="more-22"></span></p>
<p>Ende 1971 besuchte Kubas Präsident Fidel Castro vier Wochen lang Chile. Dadurch wurde in Chile wie international der Eindruck verstärkt, dass Chile dem kubanischen Modell einer sozialistischen Planwirtschaft folgte.</p>
<p>Die Proteste im Land schwollen an: Bauern protestierten gegen die Durchführung der Landverteilung, die Kollektive gegenüber Vertragsfarmern bevorzugte, und besetzten Ackerland, was Nahrungsmittelengpässe zur Folge hatte. 1972 mussten Lebensmittel rationiert werden und die Regierung war gezwungen, Devisen für die Einfuhr von Nahrungsmitteln aufzuwenden. Im Herbst 1972 streikten etliche Berufsgruppen, darunter Lastwagenfahrer, Bankangestellte, Arbeiter und Studenten, um eine Wende in der Wirtschaftspolitik zu erzwingen. Es kam zu Straßenschlachten. Allende rief den Notstand aus. Radikale rechte Gruppen verübten Terror und Sabotage. Es soll in Allendes Amtszeit insgesamt 600 Terroranschläge auf Eisenbahnen, Brücken, Hochspannungsleitungen und Pipelines gegeben haben.</p>
<p>Entspannung und Wahlen<br />
Die Einbindung des Militärs in die Regierung im November 1972 durch die Ernennung von General Carlos Prats zum Innenminister konnte die angespannte Lage für einige Monate beruhigen. Anfang 1973 konnten planmäßig Parlamentswahlen abgehalten werden. Aufgrund von Bevölkerungswachstum und Wahlrechtsausweitungen der Regierungen Frei und Allende beteiligten sich mit 3,7 Mio. Bürgern fast 1,3 Mio. mehr Menschen bei der Wahl als 1969. Auch die hohe Wahlbeteiligung von mehr als 81 % spiegelt die Politisierung der gesamten Gesellschaft wider.</p>
<p>Bei diesen Wahlen steigerte die UP ihren Stimmenanteil noch einmal auf 44 % und erreichte damit das beste Ergebnis ihrer Geschichte. So erhielten sie 67 von 150 Sitzen im Abgeordnetenhaus und verfehlten damit die angestrebte absolute Mehrheit, wobei innerhalb der UP die Sozialisten als radikalste Kraft am stärksten gewannen und die moderateren Kommunisten. Rechte und gemäßigte Parteien stagnierten. Der parlamentarische Zusammenschluss von Partido Nacional und Christdemokraten unter dem Namen DOCE erlangte aber mit 55 % der Stimmen eine Parlamentsmehrheit von 75 Abgeordneten und 13 von 25 Senatoren. Diese Patt-Situation besiegelte die politische Blockade: Präsident Allende konnte auf keine Mehrheit im Parlament bauen, aber andererseits war selbst die vereinigte Opposition zu schwach um Allende des Amtes zu entheben oder die Verfassung zu ändern – für beides wären 2/3 der Parlamentsstimmen nötig. Wie geplant traten nach der ordnungsgemäßen Durchführung der Wahl die Militärs von ihren Ministerposten zurück.</p>
<p>Endgültige Eskalation<br />
Die letzte Phase der Regierung Allende und damit der Demokratie in Chile war gekennzeichnet durch eine stetige Eskalation der politischen Konfrontation. Der Historiker Mario Góngora nannte diese Zeit einen „Bürgerkrieg ohne Waffen“ und verglich ihn mit den letzten Monaten der Spanischen Republik.</p>
<p>Schon in der Woche nach Allendes Wahl 1970 hatte sich die rechtsextreme Gruppe Patria y Libertad gegründet. Sie stand in vorderster Front im Straßenkampf gegen Gruppen der Kommunistischen und Sozialistischen Partei. Dutzende oder Hunderte Menschen wurden Opfer der politischen Gewalt beider Seiten.</p>
<p>Auftakt war ein parlamentarischer Boykott der Regierung, den die Opposition im Mai ausrief. Ab diesem Zeitpunkt lehnte sie alle Regierungsvorlagen ohne Debatte ab und griff die Regierung ununterbrochen an. Die Regierung wurde nicht zuletzt deshalb immer instabiler und Minister traten beinahe im Wochenrhythmus zurück.</p>
<p>Nachdem ein zweimonatiger Streik der Kupferarbeiter in der zweitgrößten Mine des Landes, El Teniente im Juni beigelegt wurde, streikten im Juli 1973 erneut Fuhrunternehmer und Spediteure. Bei den Streiks arbeiteten einzelne Arbeitergruppen und Gewerkschaftsführer mit der Nationalen Partei und den Studenten der Universidad Católica in Santiago zusammen. Die Mehrheit der Arbeiter dagegen unterstütze die Regierung immer noch.</p>
<p>Am 29. Juni erfolgte ein erster Putschversuch, der unter dem Namen Tanquetazo berühmt wurde. Die Erhebung von Cornel Roberto Souper vom Regiment Blindado 2 kostete 22 Menschen das Leben, doch Heeresführer Prats blieb der Regierung loyal. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wurde innerhalb der CIA entschieden, „Prats loszuwerden“.</p>
<p>Am 26. Juli wurde der Offizier Arturo Araya Peters auf seinem Balkon erschossen. Die Opposition berichtet, die Täter seien kubanische Agenten und Mitglieder von Allendes Leibwächter Grupo de Amigos Personales (GAP). Tatsächlich steckt die Patria y Libertad hinter dem Anschlag. Die Mörder Guillermo Claverie, Adolfo Palmer und Guillermo Bunster wurden verhaftet, gingen jedoch unter der späteren Diktatur straflos aus.</p>
<p>Als im Juli ein letzter Versuch einer Einigung mit den Christdemokraten gescheitert war, berief Allende am 9. August erneut Militärs in sein Kabinett. Doch diesmal waren es nicht einzelne Generäle, sondern alle vier Oberkommandierenden der Teilstreitkräfte, daher der Name Gabinete de Comandantes en Jefe in der Presse. Carlos Prats vom Heer wurde Verteidigungsminister, außerdem wurden Raúl Montero (Marine), César Ruiz (Luftwaffe) und José María Sepúlveda (Carabineros) berufen. Die politische Gesinnung innerhalb des Militärs hatte sich jedoch gewendet und verfassungstreue Generäle wie Prats gerieten zunehmend unter Druck. Diese Ernennungen führten zum endgültigen Bruch zwischen Allende und den extemen Linken. Die MIR etwa sprach von einer „Kapitulation Allendes“ und nannte ihn fortan nicht mehr „compañero“, sondern „señor“. Aber auch Allendes eigene Partei stand immer mehr in offenem Konflikt zu ihm.</p>
<p>Am 22. August sprach der Kongress in einer symbolischen Geste Allende mit 81 zu 47 Stimmen (die UP hatte im März noch 62 Sitze gewonnen) das Misstrauen aus und forderte die Generäle zum Rücktritt auf. Diese folgten dem Aufruf des Parlaments und traten von Ministerposten und auch als Oberkommandierende zurück. Nachfolger von Prats als Heereschef wurde General Augusto Pinochet, den Prats als verfassungstreu empfohlen hatte, neuer Luftwaffenbefehlshaber wurde Gustavo Leight. Schon am 26. Mai hatte das Verfassungsgericht der Regierung vorgeworfen, seine Urteile nicht umzusetzen und die Justiz zu behindern.</p>
<p>Zwei Wochen später demonstrierten in der chilenischen Hauptstadt, in der größten je in Chile stattgefunden Kundgebung, über 700.000 Personen für die Regierung Allende.</p>
<p>Am 10. September 1973 erklärte sich Allende bereit, durch ein Plebiszit über sein Verbleib im Amt die verfahrene Situation demokratisch zu entscheiden. Diese Entscheidung konnte nicht mehr veröffentlicht werden, da im Morgengrauen des folgenden Tages das Militär putschte. Einige Historiker und Politiker bezweifeln, dass Allende ein Plebiszit plante.</p>
<p>Ablauf des Putsches<br />
Im Morgengrauen des 11. Septembers 1973 bombardierten Kampfjets den Präsidentenpalast La Moneda. Das Militär stürzte die demokratische Regierung Chiles und Allende beging in der Moneda Selbstmord, nachdem er sich stundenlang mit seinen engsten Vertrauten militärisch verteidigt hatte. Eine Militärjunta übernahm die Macht und ernannte Pinochet zu ihrem Vorsitzenden.</p>
<p>Ablauf aus der Sicht Allendes<br />
Präsidentenpalast La Moneda im November 2006Am 11. September 1973 wurde Präsident Salvador Allende um 6:20 Uhr durch das Telefon geweckt. Er erhielt die Nachricht, die Flotte in Valparaíso, der größten Hafenstadt Chiles, habe sich gegen ihn erhoben und fordere seinen Rücktritt. Allende versuchte sofort den Oberbefehlshaber der Streitkräfte General Augusto Pinochet zu erreichen – dieser meldet sich nicht. Allende begab sich mit seinem Kabinett und einigen Freunden und Familienangehörigen in den Präsidentenpalast La Moneda, darunter zwei seiner Töchter, seinem Arzt, der Leibwache des Präsidenten und seiner langjährigen Geliebten. Nur der Verteidigungsminister Orlando Letelier war nicht anwesend – er war bereits von den Putschisten festgenommen worden.</p>
<p>Um 8:00 Uhr wurde eine Erklärung der Putschisten, die sich als Militärregierung bezeichnen, im Radio verlesen. Erst hier gab sich General Pinochet als Putschist zu erkennen. Wenige Minuten später erhielt Allende einen Anruf der Putschisten – sie forderten seinen Rücktritt und würden ihm im Gegenzug erlauben, sofort mit seiner Familie außer Landes zu fliegen. Er lehnte dies entschlossen ab. Um 9:30 drohten die Putschisten mit der Bombardierung La Monedas. Allende forderte die Palastgarde und alle Unbewaffneten auf, das Gebäude zu verlassen. Er selbst blieb mit wenigen Getreuen zurück und bereitete sich auf seinen letzten Kampf vor.</p>
<p>Um 11:55 Uhr begann die Luftwaffe mit zwei Flugzeugen ihre Bombardierung des Präsidentenpalastes. Auch regierungsfreundliche Radiosender sowie einige Viertel der Hauptstadt, in denen mehrheitlich Aktivisten und Sympathisanten der Unidad Popular wohnten, sollen bombardiert worden sein. Erstes Opfer des Putsches wurde einer der engsten Freunde des Präsidenten, der bekannte Journalist und Leiter des Fernsehsender Canal 7, Augusto Olivares („El Perro“). Dieser nahm sich im Erdgeschoss der Moneda mit einem Maschinengewehr das Leben. Mitten im Chaos ordnete Allende eine Schweigeminute für diesen an. Gegen 14:00 Uhr begann die Armee mit der Erstürmung des Palastes. Nach kurzem Gefecht ordnete Allende die Kapitulation an, nur er selbst blieb im „Saal der Unabhängigkeit“ zurück. Was dann genau geschah, ist bis heute nicht eindeutig geklärt, doch geht man immer mehr von einem Selbstmord Allendes aus. Als Zeuge wird der Arzt Patricio Guijón zitiert, der den Leichnam auffand. Allerdings glauben viele seiner Anhänger, Allende sei von eingedrungenen Soldaten erschossen worden, die dann einen Selbstmord gestellt hätten. Erst 1990, nach Ende der Militärdiktatur, scheint der Suizid des Präsidenten durch eine erneute Obduktion erwiesen zu sein, deren Ergebnisse im Einklang mit den Aussagen der Augenzeugen sowie des polizeilichen Untersuchungsberichts stehen.</p>
<p>Die Rolle der USA</p>
<p>Verdeckte Operationen der CIA in Chile<br />
Die Vereinigten Staaten waren mindestens seit den frühen 1960er Jahren mit ihrem Auslandsgeheimdienst CIA an der chilenische Innenpolitik beteiligt. So unterstützten die USA regelmäßig die rechte Partido Nacional und auch Eduardo Freis Präsidentschaftswahlkampf 1965 – ohne dass dieser davon etwas wusste. Als 1969 Richard Nixon zum Präsidenten der USA gewählt wurde und Henry Kissinger zu seinem allmächtigen Sicherheitsberater aufstieg, wurde die direkte und illegale Einflussnahme im Namen der „Realpolitik“ auf ganz Lateinamerika deutlich stärker – auch auf Chile. Nachdem die USA die Wahl Allendes 1970 trotz Wahlkampfbeeinflussung für mehr als 7 Millionen US-Dollar nicht verhindern konnten, versuchten sie, noch vor dessen Amtseinführung die Militärs zum Putsch zu bewegen, was jedoch scheiterte. Sie wendete sowohl offizielle Mittel wie massiven Druck des Botschafters auf die Christdemokraten an (Track One), als auch massive Geheimaktionen der CIA (Track Two). Diese Operation, intern als Project Fubelt bezeichnet, sollte bis zu 10 Millionen Dollar kosten und war streng geheim. Weder Außenminister William P. Rogers, noch Verteidigungsminister Melvin Laird, noch der US-Botschafter in Santiago, Edward M. Korry, noch die CIA-Führung in Chile wurden informiert. CIA-Direktor Richard Helms sagte später über die Operation: „Niemals in meiner Karriere als CIA-Chef habe ich eine derartige Geheimhaltung erlebt und niemals eine derartig unbeschränkte Macht gehabt.“ Das Project FUBELT gipfelte im ersten politischen Mord in Chile seit der Ermordung von Diego Portales im Jahre 1837. Der Oberkommandierende des Heeres, René Schneider, war zwar der USA freundlich gegenüber eingestellt, einer langen Tradition chilenischer Militärs nach aber verfassungstreu (die sogenannte Schneider-Doktrin). Am 22. Oktober 1970 wurde er bei einem Entführungsversuch von Juan Luis Bulnes Cerda, Diego Izquierda Menéndez und Jaime Megoza Garay angeschossen und starb drei Tage später. Verstrickt in den Mord waren zahlreiche hohe chilenische Militärs wie Heeresgeneral Camilo Valenzuela und Roberto Viaux, die Maschinengewehre und Tränengasgranaten stammen von der CIA. Der Versuch einer Destabilisierung des Landes scheiterte fulminant: Noch bevor Schneider starb, wurde Allende zum Präsidenten ernannt und alle politischen Kräfte unterstützten die Schneider-Doktrin.</p>
<p>Der Mord an René Schneider wurde u.a. bald darauf vom chilenischen Liedermacher Víctor Jara in seinem Lied &#8220;Las casitas del barrio alto&#8221; thematisiert.</p>
<p>Quelle:wikipedia.de</p>
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		<title>Juni 1967</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Aug 2008 08:07:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bob Dylan</dc:creator>
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</html></div><h2>Der Student Benno Ohnesorg wird während einer Demonstration im Rahmen des Schah-Besuchs in Berlin erschossen</h2>
<p>Benno Ohnesorg (* 15. Oktober 1940 in Hannover; † 2. Juni 1967 in Berlin) war Student der Romanistik und Germanistik in West-Berlin. Er war dort als Pazifist Mitglied einer evangelischen Studentengemeinde und wollte Gymnasiallehrer werden.</p>
<p>Durch seinen Tod wurde Ohnesorg bundesweit bekannt: Am 2. Juni 1967 wurde der 26-jährige bei einer Demonstration unter ungeklärten Umständen von dem Kriminalobermeister Karl-Heinz Kurras erschossen. Dies führte zu einer Ausbreitung und Radikalisierung der damaligen westdeutschen Studentenbewegung.</p>
<p>Todesumstände<br />
Seit der Festnahme von elf Mitgliedern der Kommune I am 5. April 1967, die zu Unrecht eines geplanten Sprengstoffattentats auf US-Vizepräsident Hubert Humphrey verdächtigt wurden, war das Verhältnis zwischen Studenten und West-Berliner Behörden gespannt. Bei einer Demonstration gegen die Festnahme setzte die Polizei erstmals zivilgekleidete „Greiftrupps“ ein, die einzelne Demonstranten aus der Menge griffen, oft dabei misshandelten und dann wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt der uniformierten Polizei übergaben.</p>
<p>In einem Brief an Innensenator Wolfgang Büsch sprach Polizeipräsident Erich Duensing am 13. April von einem „Studentenkrieg“, der nicht mit Polizei, sondern nur mit Staatsanwälten und Gerichten zu bewältigen sei. In seiner Antwort am 8. Mai erwartete Büsch dagegen verschärfte Konfrontation, die größere Polizeiaufgebote notwendig machen würde. Er versicherte Duensing, dass „ihre Vorgesetzten auch dann für sie eintreten, wenn sich bei der nachträglichen taktischen und rechtlichen Prüfung Fehler herausstellen sollten. Das setzt allerdings voraus, dass diese Fehler nicht als Dienstpflichtverletzungen angesehen werden müssen.“[9] Er unterstützte also vorab erwartete Polizeimaßnahmen und wollte diese nicht gerichtlicher Prüfung aussetzen.</p>
<p><span id="more-19"></span></p>
<p>Der Sozialistische Deutsche Studentenbund (SDS) organisierte seit dem 24. Mai 1967 an der Freien Universität Berlin (FU) Aktionen gegen den Staatsbesuch von Mohammad Reza Pahlavi, den Schah von Persien. Mit Plakaten, Vorträgen und Diskussionsveranstaltungen sollten Studenten und Berliner Bevölkerung über dessen diktatorische Politik in Persien aufgeklärt werden. Drei Protestorte gegen den Schah wurden bekannt gegeben: Schöneberger Rathaus, Kurfürstendamm, Deutsche Oper.</p>
<p>Am 1. Juni 1967 beschrieb der Exil-Perser Bahman Nirumand im vollbesetzten Audimax der FU die undemokratischen Zustände in seiner Heimat. Diesen Vortrag hörte auch Ohnesorg und beschloss daraufhin, am Folgetag an Protesten teilzunehmen. Sein Interesse an Persien hatte bereits Nirumands Buch Persien. Modell eines Entwicklungslandes oder Die Diktatur der freien Welt (Rowohlt 1967) geweckt.</p>
<p>Am selben Tag trafen etwa 150 sogenannte Jubelperser mit Sonderflügen in West-Berlin ein. Sie wurden von der persischen Botschaft angeheuert und wahrscheinlich vom persischen Geheimdienst SAVAK bezahlt.</p>
<p>Am 2. Juni besuchte der Schah West-Berlin für einen Tag. Im Schöneberger Rathaus sollte er sich in das goldene Buch der Stadt eintragen. Bei seiner Ankunft demonstrierten dort rund 400 Schahgegner, riefen „Mörder, Mörder“ und forderten Amnestie für politische Gefangene in Persien.</p>
<p>Den etwa einhundert Schahanhängern, darunter Savak-Agenten, hatte die Polizei einen Sonderplatz vor den Sperrgeländern zugewiesen. Nach dem Eintritt des Schahs in das Rathaus griffen diese die Gegendemonstranten plötzlich mit Holzlatten, Schlagstöcken und Stahlrohren an und verletzten Dutzende von ihnen, einige schwer. Die anwesende Polizei griff bei der etwa dreißigminütigen Prügelei nicht ein. Der Regierende Bürgermeister Heinrich Albertz erhielt anschließend die Zusage, dergleichen werde abends nicht wieder vorkommen, die Schahanhänger werde man von den Studenten fernhalten.</p>
<p>Wegen dieser Vorfälle, über die der Rundfunksender RIAS direkt berichtete, beschlossen viele Augen- und Ohrenzeugen, abends erneut unangemeldet gegen den Schah zu demonstrieren. Unter ihnen waren Christa und Benno Ohnesorg, der ein Spruchband mit der Aufschrift Autonomie für die Teheraner Universität anfertigte.</p>
<p>Am Abend des 2. Juni besuchte das Schah-Ehepaar eine Galaaufführung der „Zauberflöte“ in der Deutschen Oper. Die Polizei hatte davor Absperrgitter in der Bismarckstraße postiert, die den südlichen Bürgersteig frei ließen, um Passanten den Durchgang zu gewähren. Ein Bauzaun begrenzte diesen Korridor auf der Rückseite. Zwischen Absperrgittern und Bauzaun sammelten sich einige Tausend Demonstranten und Schaulustige.</p>
<p>Ein Räumungsbefehl des Polizeipräsidenten von 18:30 Uhr erreichte den Einsatzleiter Günter Wirth vor der Oper erst um 19:00 Uhr und wurde nicht umgesetzt, weil die Menge inzwischen zu groß geworden war und nicht mehr bis zum Eintreffen der Wagenkolonne des Schahs aufgelöst werden konnte. Daraufhin befahl Duensing dem Einsatzleiter um 19:50 Uhr die Räumung des Opernvorplatzes während der dreieinhalbstündigen Opernvorstellung.</p>
<p>Zuvor griffen Polizeigruppen zu fünft immer wieder wahllos einzelne Zuschauer aus der Menge heraus und verprügelten sie vor aller Augen; darunter auch Sebastian W., der den Einsatzleiter um Mäßigung bitten wollte. Studenten, die auf Bäume oder den Bauzaun kletterten, um mehr sehen zu können, wurden von dort heruntergezerrt und ebenfalls geschlagen und getreten.</p>
<p>Mit der Wagenkolonne des Schahs trafen gegen 20:00 Uhr auch zwei städtische Busse mit persischen Schahanhängern ein. Sie wurden erneut zwischen Polizeigürtel und Zuschauern postiert. Als der Schah und seine Frau mit ihren Gastgebern, darunter Bundespräsident Heinrich Lübke, die Oper betraten, erschallten Sprechchöre wie „Schah, Schah, Scharlatan“, „Mo, Mo, Mossadegh“ , „Schah-SA-SS“. Damit protestierten die Rufer gegen den Sturz und Hausarrest des ehemaligen persischen Regierungschefs, Polizeigewalt und Folter in Persien. Einige Demonstranten warfen Farbbeutel, Mehltüten, Eier, Tomaten und Rauchkerzen, die die Staatsgäste und ihre Begleiter wegen eines Abstand von über 40 m jedoch nicht trafen. Nachdem das Schahehepaar die Oper betreten hatte, wollten die Demonstranten den Platz verlassen.</p>
<p>Albertz erklärte einem Einsatzleiter der Polizei beim Eintritt in die Oper: Ich hoffe, dass sich bei der Abfahrt dieses Schauspiel nicht wiederholt. Dies, so vermutete Albertz in seinen Erinnerungen, sei als Wunsch nach gewaltsamer Auflösung der Demonstration und Räumung der Bismarckstraße aufgefasst worden, obwohl er nicht direkt weisungsbefugt gewesen sei.</p>
<p>Der Student Reiner L. konnte die Straße von einer Baumkrone aus einsehen und bezeugte, dass keine Steine geworfen worden seien. Kurz nach dem Eintritt der Staatsgäste in die Oper hätten sich die Beamten mit gezogenen Knüppeln zu drei Kolonnen in Zweierreihen in der Mitte formiert. Über einen Lautsprecherwagen habe ein Polizeisprecher etwa 20:05 durchgesagt, dass Demonstranten einen Polizisten erstochen hätten. Er habe den Eindruck gehabt, dass dies die Beamten aufstacheln sollte. Nach dem offiziellen Untersuchungsbericht (s. u.) erging diese Durchsage, die bis 23:00 Uhr auch auf dem Kurfürstendamm verbreitet wurde, erst ab 21:00 Uhr und habe keinen Einfluss auf den weiteren Verlauf gehabt. Doch Zeugen hörten vor dem Knüppeleinsatz, dass Polizisten sich darauf bezogen: Nachdem jetzt ein Kollege von uns durch Messerstiche von Demonstranten getötet ist, können Sie nicht erwarten, dass wir Sie human behandeln.</p>
<p>Nun begannen die Schahanhänger, mit Dachlatten, Holzknüppeln, Schlagringen und Eisenstangen auf die Demonstranten einzuschlagen; sie sollen auch Steine auf sie geworfen haben. Da Flucht nicht möglich war, brach Panik aus. Erneut wurden viele Beobachter verletzt, ohne dass die Polizei eingriff oder jemanden festnahm. Sie ließ die Schläger nach einer Weile durch eine nahegelegene U-Bahnstation abziehen, blockierte dann diesen Ausgang für die Demonstranten und begann ihrerseits, auf diese einzuschlagen</p>
<p>Die Demonstranten im mittleren Bereich setzten sich spontan auf die Straße, wurden aber nun von allen Seiten verprügelt. Erst nach etwa 20 Minuten forderte die Polizei zum Verlassen des Platzes auf, wie viele Anwesende später berichteten. Ein Ausweichen war kaum möglich, da die Polizei auch das Gelände hinter dem Bauzaun besetzt hatte und Fliehende mit Polizeihunden wieder in den Kessel zurückdrängte. Studenten, die über die Sperrgitter kletterten, wurden zurückgeworfen und -geprügelt. Weitere Beamte verprügelten die Fliehenden am Rande des Kessels, setzten Wasserwerfer und Tränengas gegen sie ein. Eine Demonstrantin erhielt auf die Frage, wohin man denn gehen solle, die Antwort: Zu spät.</p>
<p>Ein Polizist wurde gegen 20:15 Uhr durch einen Steinwurf verletzt. Der angebliche Steinewerfer, Fritz Teufel, war unter den Sitzenden und wurde bereits um 20:10 Uhr verhaftet, nachdem er Tritte in den Unterleib erhalten hatte.</p>
<p>Greiftrupps verfolgten diejenigen, die aus dem Kessel entkamen, bis in Nebenstraßen und Häusereingänge hinein, um die Flüchtigen festzunehmen. Dies nannte die Polizei „Fuchsjagd“. Zu einem solchen Trupp in Zivilkleidung gehörte Karl-Heinz Kurras von der Abteilung I für Staatsschutz. Er galt als bester Schütze seiner Einheit und hatte sich an diesem Abend unter die Demonstranten gemischt.</p>
<p>Ohnesorg trug an diesem Abend einen Schnurrbart, ein neues, hellrotes Hemd, das ihm seine Frau wenige Tage zuvor geschenkt hatte, dunkle Hosen und so genannte Jesuslatschen. Er beobachtete, wie mehrere Zivilbeamte einen Mann – Hartmut R. – in einen Häuserinnenhof in der Krumme Straße Nr. 66/67 (300 Meter von der Oper entfernt, heute Schillerstraße 29) zerrten. Er trennte sich an der Kreuzung Krumme Straße/Schillerstraße von seiner Frau und folgte mit weiteren Demonstranten dem Mann, um zu sehen, was ihm geschah, und gegebenenfalls zu helfen.</p>
<p>Dabei wurden etwa zehn Personen im Hinterhof von mindestens zehn zivilen und uniformierten Polizisten gestellt. Diese begannen auf sie einzuschlagen. Der Student Götz F. wurde am Boden liegend von drei Beamten verprügelt und getreten. Ein Demonstrant warf einen Taschenschirm auf einen Polizeibeamten, um ihn abzulenken. Dieser nahm den Schirm auf und schlug damit weiter. Die übrigen Studenten versuchten den Innenhof wieder zu verlassen.</p>
<p>Ohnesorg stand wenige Meter entfernt an einer Teppichstange und beobachtete die Szene. Nach Aussage des Demonstranten Reinhard B., der auf einer Mülltonne am Hofrand stand, trieb die Polizei dann alle Umstehenden hinaus; nur Ohnesorg habe sich noch im Hof befunden. Der Vorgesetzte von Kurras, Helmut Starke, bezeugte, Ohnesorg habe zu fliehen versucht, worauf Polizisten ihm den Weg abgeschnitten hätten. Erika S. sah, dass drei Polizisten um Ohnesorg herumstanden und ihn verprügelten, worauf er seine Hände halb erhoben habe. Sie habe dies als Zeichen der Ergebung und Beschwichtigung gedeutet. Der beteiligte Polizeibeamte Horst Geiger sagte zunächst aus, Ohnesorg sei von drei Beamten im Griff gehalten worden.</p>
<p>Etwa 20:30 Uhr fiel ein Schuss, der Ohnesorg aus etwa eineinhalb Metern Entfernung in den Hinterkopf traf. Der Musikstudent Frank Krüger sagte aus: Und dann habe ich das Mündungsfeuer der Pistole gesehen. Das Mündungsfeuer war ungefähr in Kopfhöhe. Im nächsten Moment lag der Student am Boden und rührte sich nicht.<br />
Andere Zeugen bestätigten, sie hätten Mündungsfeuer in etwa 140–150 cm Höhe über dem Boden gesehen und Ohnesorg fallen gesehen. Einige hörten Ohnesorg zuvor schreien, andere hörten den entsetzten Ausruf:Bitte, bitte, nicht schießen! Die Krankenschwester Annemarie K. hörte von der Straße aus den Ruf „nicht schießen“. Dies könnte auch ein Polizist nach dem Schuss gesagt haben, da andere Zeugen einen Wortwechsel zwischen dem Polizeibeamten Horst Geiger und Kurras hörten:</p>
<p>Bist du denn wahnsinnig, hier zu schießen? – Die ist mir losgegangen.<br />
Ein Tonband, aufgenommen von dem Toningenieur Rainer Bosch vom Süddeutschen Rundfunk, dokumentiert ein Schussgeräusch und gleich darauf einsetzende „Mörder, Mörder!“-Rufe in der Krummen Straße. Zudem ist darauf der Befehl einer männlichen Stimme hörbar:</p>
<p>Kurras, gleich nach hinten! Los, schnell weg!<br />
Die Journalisten Uwe Dannenbaum, Bernard Larsson und Jürgen Henschel fotografierten die Vorgänge im Hof in diesen Minuten. Auf zwei dieser Fotos, wahrscheinlich Sekunden nach dem Schuss aufgenommen, ist Kurras allein stehend und unbedrängt im sauberen Anzug zu sehen. Die Polizisten – darunter der herbeigeeilte Einsatzleiter – drängten die Fotografen ab und brachten Kurras ins Polizeipräsidium.</p>
<p>Die Augenzeuginnen Christa S., eine unbekannte Frau in Trenchcoat und mit Kopftuch und wenig später die Studentin Friederike Hausmann, geborene Dollinger, drehten den schwerverletzten Ohnesorg auf den Rücken und stützten seinen blutenden Kopf auf das Transparent, das er zuvor getragen hatte, und auf eine Handtasche. Ein berühmt gewordenes Foto von Jürgen Henschel hielt diese Szene fest. Friederike Dollinger, die das Schussgeräusch zwar gehört, aber nicht als Schuss identifiziert hatte, schrie: Was habt ihr gemacht, ihr habt ihn erschlagen, er ist tot und guckt euch das an!</p>
<p>Einer der Journalisten forderte die Polizisten auf, einen Krankenwagen zu holen. Er bekam zur Antwort: Nee, wieso? Das hat Zeit. Alfred Alexander Mentschel hörte den Schuss und ging sofort zum Tatort. Obwohl er sich als norwegischer Schiffsarzt auswies, den Inhalt seiner Arzttasche zeigte und auf seine Berufserfahrung verwies, hinderten ihn Polizeibeamte, dem Verletzten Erste Hilfe zu leisten: Er sei noch nicht approbiert, Norweger dürften nicht in West-Berlin als Arzt arbeiten, der Krankenwagen sei unterwegs. Schließlich wurde er wegen eines Abzeichens der Résistance, der er im Zweiten Weltkrieg angehört hatte, und seiner Bemerkung, er habe in Ostberlin als Arzt arbeiten dürfen, als Kommunist verdächtigt. Der Wortwechsel dauerte zehn Minuten.</p>
<p>Nach weiteren fünf bis zehn Minuten, gegen 20:50 Uhr, traf der Krankenwagen ein. Die Fahrt dauerte ungewöhnlich lange, da mehrere näher gelegene Kliniken die Aufnahme Ohnesorgs verweigerten. Der Sanitäter Gerhard G. und die Krankenschwester Jutta B., die selbst von Polizeiknüppeln blutig geschlagen worden war, bemühten sich während der Fahrt um Ohnesorgs Leben. Nach Jutta B.s Aussage starb er in ihrem Beisein auf dem Transport.</p>
<p>Gegen 21:25 Uhr erreichte der Wagen das Krankenhaus Moabit. Ein Arzt untersuchte den Verletzten kurz und schrie die Sanitäter an, weshalb sie ihm einen Toten gebracht hätten. Laut Krankenhausakte trat Ohnesorgs Tod jedoch erst um 22:55 Uhr ein; als Todesursache wurde „Schädelbasisbruch“ vermerkt.</p>
<p>Am Vormittag des 3. Juni fand im Beisein des Rechtsanwalts Horst Mahler die von Innensenator Büsch angeordnete Obduktion des Toten statt, die zuerst für Montag, 5. Juni, angesetzt worden war.</p>
<p>Dr. Krauland fand Prellungen und Hämatome am ganzen Körper; demnach stand fest, dass Ohnesorg verprügelt worden war. Als tatsächliche Todesursache stellte er einen „Gehirnsteckschuss“ fest.</p>
<p>Quelle:wikipedia.de</p>
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		<title>März 1979</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Aug 2008 11:51:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bob Dylan</dc:creator>
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</html></div><h2>Reaktorunfall in Harrisburg/USA</h2>
<p>Das Kernkraftwerk Three Mile Island</p>
<p><a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/7e/Three_Mile_Island_%28color%29-2.jpg"><img src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/7e/Three_Mile_Island_%28color%29-2.jpg" border="0" alt="Bild:Three Mile Island (color)-2.jpg" width="441" height="249" /></a></p>
<p>Am Morgen des 28. März 1979 um 4 Uhr und 36 Sekunden fielen bei Arbeiten an der Kondensatreinigungsanlage die zwei Hauptspeisepumpen im sekundären Kühlkreislauf mit nichtradioaktivem Wasser aus. Dieser Ausfall geschah aufgrund von mechanischen, pneumatischen oder elektrischen Problemen bei der Pumpensteuerung und verhinderte die Kühlung der zwei Dampferzeuger. Auf einer Website über das Unglück stellt der Publizist Scott Johnson dar, dass es zu dem Ausfall gekommen sei, weil jemand das Instrument Air System, das zur Steuerung pneumatischer Einrichtungen des Kraftwerks verwendet wurde, mittels eines Gummischlauchs mit einer Wasserleitung verbunden hat. So konnte Wasser in die Luftleitung eindringen, was dazu führte, dass sich die durch dieses System angesteuerten Ventile schlossen. Ob dieses Anschließen des Schlauchs aufgrund eines Versehens oder zu dem Zweck geschah, das Wasserversorgungssystem unter Druck zu setzen, ist nicht geklärt. Sowohl Druckluft- als auch Wasserversorgungssystem verfügten über die gleichen Chicago Pneumatic Fittings – was einen Konstruktionsfehler darstellte – die zudem noch schlecht markiert gewesen sein sollen. Außerdem sei es vor Ort dunkel gewesen. Auch der Bericht der Kommission des Präsidenten spricht von Wasser in dem besagten Druckluftsystem.</p>
<p><span id="more-13"></span></p>
<p>Als Folge des Ausfalls der Speisewasserpumpen schaltete sich zuerst der Turbosatz und sodann der Kernreaktor durch einen sog. SCRAM, die Notabschaltung, ab, d. h. die Regelstäbe fielen in den Kern und beendeten die nukleare Kettenreaktion. Nach einer Abschaltung des Reaktors entsteht aber immer noch eine beträchtliche Menge Wärme, die sog. Nachzerfallswärme. Die Wärmeleistung des Reaktors in TMI betrug unmittelbar nach dem Abschalten noch ca. 6 % (ca. 155 MW) und eine Stunde danach noch weniger als 1,2 % (ca. 31 MW) der thermischen Reaktornennleistung. Aufgrund dessen stieg der Druck im Primärkreislauf des Reaktors, der radioaktives Wasser enthält, an und erreichte im Druckhalter einen Wert von 158 bar. Im Regelbetrieb liegt der Wasserdruck im Primärkreislauf bei 151 bar. Um einen Leitungsbruch infolge Überdrucks zu vermeiden, öffnete sich ein Sicherheitsventil am Druckhalter. Dieses Ventil, das als PORV (Power operated relief valve) bezeichnet wird, hätte sich wieder schließen sollen, sobald der Druck auf 155 bar oder darunter gefallen war. Das hätte 13 Sekunden nach Beginn des Unfalls geschehen müssen, was jedoch nicht der Fall war und blieb über einen Zeitraum von mehr als zwei Stunden unbemerkt. Pro Minute entwich eine Tonne Kühlmittel zunächst in den Abblasetank des Druckhalters. Nachdem dieser kein weiteres Kühlmittel mehr fassen konnte, brach schließlich seine Berstscheibe und Reaktorkühlmittel konnte offen ins Containment, den Sicherheitsbehälter des Reaktors, austreten. Ein Leck im Primärkreislauf war entstanden – ein Kühlmittelverluststörfall war im Entstehen. Die Anzeigen im Kontrollraum zeigten jedoch nicht an, dass das Ventil noch offen war, was dazu führte, dass der Druck im primären Kühlkreislauf weiter absank.</p>
<p>Etwa gleichzeitig war an anderer Stelle im Kraftwerk ein weiteres Problem aufgetreten. Das Notfall-Speisewassersystem, das als Reserve für die Hauptspeisewasser-Pumpen dienen sollte, war 42 Stunden vor dem Unfall getestet worden. Als Teil des Tests wurden zwei Blockventile geschlossen und sollten am Ende des Tests wieder geöffnet werden. Doch dieses Mal, entweder durch einen Verfahrensfehler oder durch menschliches Versagen, wurden die Ventile nicht wieder geöffnet, wodurch das Notspeisesystem nicht funktionierte. Die Notspeisewasser-Pumpen liefen zwar, konnten aber aufgrund der geschlossenen Blockventile kein Wasser in die Dampferzeuger fördern und damit die vom Primärkreis gelieferte Nachzerfallswärme nicht abführen. Nach acht Minuten wurden die geschlossenen Ventile bemerkt und geöffnet. Nachdem sie geöffnet waren, begann das Notspeisesystem ordnungsgemäß zu arbeiten und versorgte die Dampferzeuger mit Wasser.</p>
<p>Während der Druck im Primärsystem aufgrund des offenen PORV-Ventils weiter sank, bildeten sich Dampfblasen außerhalb des Druckhalters. Aufgrund dessen verteilte sich das Wasser im System anders und der Druckhalter füllte sich mit Wasser. Der Füllstandsanzeiger, von dem der Bediener ablesen kann, wieviel Wasser zum Kühlen vorhanden ist, zeigte an, dass das System voll Wasser sei. Da der Füllstandsanzeiger seine Werte jedoch einzig aus dem Druckhalter bezog, der im Normalbetrieb mit 22 m³ Wasser und darüber 19 m³ Dampf gefüllt ist, jetzt aber fast vollständig mit Wasser gefüllt war, vermuteten die Reaktorfahrer fälschlicherweise, dass das System überfüllt wurde. Eine Füllstandsanzeige im Reaktordruckbehälter war nicht vorhanden. So stoppte einer der Bediener die zuvor automatisch angelaufene Notkühlung. Während der Ausbildung wurde den Reaktorfahrern beigebracht, unter allen Umständen zu verhindern, dass sich der Druckhalter vollständig mit Wasser füllt. Durch die im Normalbetrieb vorhandene Dampfblase im Druckhalter – die einzige im Primärkreislauf zugelassene – ist es möglich, den Druck im Primärkreislauf konstant zu halten, um so zu verhindern, dass Druckstöße zu einem Bersten der Rohrleitungen führen könnten. Jetzt aber befand sich eine große Dampfblase im oberen Bereich des Reaktordruckbehälters.</p>
<p>Nach fast 80 Minuten langsamen Temperaturanstiegs begannen die Pumpen des Primärkreislaufs zu kavitieren, da nicht mehr Wasser, sondern Dampf angesaugt wurde. Die Pumpen wurden abgeschaltet und man glaubte, dass die natürliche Zirkulation den Wasserfluss aufrechterhalte. Doch der Dampf im System der Rohrleitungen blockierte den primären Kühlkreislauf. Das nicht mehr zirkulierende Wasser verwandelte sich in zunehmendem Maße in Dampf. Nach rund 130 Minuten seit der ersten Fehlfunktion war der obere Teil des Reaktors nicht mehr von Kühlflüssigkeit umgeben. Dampf kann aufgrund seiner geringeren Wärmekapazität nur eine geringere Wärmemenge von den Brennstäben abtransportieren. Das führt zu einer Temperaturerhöhung. Deshalb ist es wichtig, den Druck im Primärkreislauf soweit aufrechtzuerhalten, dass das Wasser bei der jeweils herrschenden Temperatur nicht verdampfen kann, sondern flüssig bleibt.</p>
<p>Bei hohen Temperaturen setzt eine Zirconium-Wasser-Reaktion ein. Die Hülle der Brennstäbe wird dabei oxidiert und Wasserstoff freigesetzt. Diese Reaktion zerstörte die Hüllrohre der Brennstäbe von außen nach innen. Der freigesetzte Wasserstoff sammelte sich zunächst im Reaktordeckel und gelangte später über die offene Verbindung Druckhalter-Abblasetank über die gebrochene Berstscheibe zusammen mit dem Kühlmittel ins Containment. Durch den dort vorhandenen Luftsauerstoff konnte sich im Containment Knallgas bilden.</p>
<p>Das ausgeströmte, stark radioaktive Kühlmittel sammelte sich an der tiefsten Stelle des Sicherheitsbehälters, dem sogenannten Sumpf. Von dort wurde es durch einen Schaltfehler in einen Sammeltank im Hilfsanlagengebäude außerhalb des Containments gepumpt. Der Tank lief schließlich über, das Wasser gaste aus und ein kleinerer Teil dieser Gase gelangte durch ungenügende Filter in die Umgebung. Ein weiterer, angeblich weniger wichtiger Freisetzungspfad war ein kleines Leck in einem Dampferzeuger-Heizrohr, das nach einer gewissen Zeit angeblich isoliert werden konnte.</p>
<p>Um 6 Uhr war Schichtwechsel im Kontrollraum. Die neu Angekommenen bemerkten, dass die Temperatur im Reaktorsystem zu hoch war und nutzten ein Reserveventil, um den Verlust von Kühlwasser zu beenden. Bis zu diesem Zeitpunkt waren schon 150 m³ Kühlwasser aus dem primären Kühlkreislauf entwichen. Es waren 165 Minuten seit dem Beginn des Störfalls vergangen, als radioaktiv kontaminiertes Wasser die Sensoren erreichte. Zu diesem Zeitpunkt war die Radioaktivität im primären Kühlkreislauf 300-mal höher als erwartet: Die Kernschmelze war in vollem Gang.</p>
<p>Den Bedienern im Kontrollraum war lange nicht bewusst, dass der primäre Kühlkreislauf sehr wenig Wasser enthielt und mehr als die Hälfte des Kerns nicht mehr mit Kühlwasser bedeckt war. Ungefähr dreieinhalb Stunden nach Beginn des Störfalls begannen die herbeigeeilten Fachleute die Tragweite zu erkennen: Es wurde neues Wasser in den Primärkreis gepumpt. Später wurde ein Reservesicherheitsventil geöffnet, um den Druck zu reduzieren. Nach neun Stunden entzündete sich das Knallgasgemisch im Containment, dessen Innendruck erhöhte sich kurzzeitig in die Nähe des Auslegungsdrucks. Es waren fast 16 Stunden vergangen, als die Pumpen im Primärkreislauf wieder eingeschaltet wurden und die Kerntemperatur zu fallen begann. Ein großer Teil des Kerns war geschmolzen. Während der nächsten Woche wurden sowohl Wasserstoff als auch Wasserdampf aus dem Reaktor entfernt. Das geschah zum einen durch Kondensatoren aber auch, was sehr umstritten war, durch einfaches Ablassen in die Atmosphäre. Es wird geschätzt, dass während des Zwischenfalls radioaktives Gas (in Form von Krypton 85) mit einer Aktivität von etwa 1,665 · 1015 Bq entwich.</p>
<p>Quelle:wikipedia.de</p>
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		<title>Februar 1965</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Jul 2008 16:33:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>woodstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[1965]]></category>
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		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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</html></div><p>Eine fazierende Persönlichkeit.</p>
<p>Am 21. Februar 1965 in New York City wird er erschossen. Auch ich wusste bis jetzt wo ich dieses Datum finde nicht genug und hatte nur ungenaue Vorstellungen wer dieser Mensch wirklich war:</p>
<h2>Malcolm X</h2>
<p><a href="http://www.60er-und-70er.de/wp-content/malcolm-x.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-10" title="malcolm-x" src="http://www.60er-und-70er.de/wp-content/malcolm-x.jpg" alt="" /></a></p>
<p>Zu seiner Ermordung findet sich folgendes:</p>
<p>Am 21. Februar 1965 hielt er in Harlem (wieder im Audubon Ballroom) einen Vortrag, als zwei Zuhörer scheinbar in Streit gerieten und die Ordner von ihm ablenkten. Eine Rauchbombe explodierte und im darauf folgenden Durcheinander wurde Malcolm X erst von einem Schuss aus einer abgesägten Schrotflinte und dann von 16 aus zwei verschiedenen Waffen abgefeuerten Kugeln getroffen und getötet.</p>
<p><em><strong>Wer mehr erfahren möchte kann einfach weiterlesen</strong></em>&#8230;</p>
<p><span id="more-9"></span></p>
<p><strong>Eltern</strong></p>
<p>Seine Mutter Louise Little wurde auf Grenada im britischen Westindien geboren. Sie hatte einen weißen Vater. Ihre Mutter starb, als sie noch ein Kind war. Von ihrer Familie wurde sie regelmäßig misshandelt. Als sehr hellhäutige Schwarze fühlte sie sich nirgends zugehörig und wanderte früh nach Kanada aus, wo sie den ebenfalls Schwarzen Reverend Earl Little, einen Gelegenheitsarbeiter und Anhänger der Separationsbewegung unter Marcus Garvey, kennenlernte und ihn am 10. Mai 1919 heiratete. Später erfuhr sie, dass er seine frühere Familie verlassen hatte.</p>
<p>Aus der früheren Ehe seines Vaters hatte Malcolm noch drei Halbgeschwister. Die Familie siedelte zuerst nach Philadelphia über, dann nach Omaha, wo Malcolm am 19. Mai 1925 als viertes der sieben Kinder geboren wurde. Schon von Geburt an war Malcolm sehr hellhäutig und hatte rotbraune statt schwarzer Haare – ein Erbe seiner Mutter, die ihn deswegen immer wieder benachteiligte, da er sie an ihren eigenen Vater erinnerte, der sie misshandelt hatte. Sein Vater trat als christlicher Laienprediger für die Rechte der Schwarzen ein, hatte aber privat eine hellhäutige Frau und bevorzugte Malcolm als seinen hellsten Sohn.</p>
<p>Nach mehreren weiteren Umzügen kamen sie 1929 nach Lansing in der Nähe von Detroit im US-Bundesstaat Michigan, wo der Vater sich ein Haus in einer von Weißen bevorzugten Gegend kaufte. Nach einigen Wochen sollte der Verkauf wegen der Hautfarbe der Familie rückgängig gemacht werden, Malcolms Vater wollte dafür vor Gericht gehen, es kam jedoch nicht dazu, weil das Haus infolge von Brandstiftung abbrannte. Als er die Weißen der Tat bezichtigte, verhaftete die Polizei ihn dafür.</p>
<p>1931 starb der Vater, als er schwer misshandelt und anschließend von einem Bus überfahren wurde. Die Umstände wurden nie aufgeklärt, seine Frau war von einem Mord an ihrem Mann überzeugt. Nach dem Tod ihres Mannes trat Louise Little den Adventisten bei. Die Fürsorge kam regelmäßig bei den Littles vorbei. Sie wollten die Kinder bei Pflegeeltern unterbringen, denn sie waren der Meinung, dass Louise sich nicht gut um die Kinder kümmere, weil sie den Verstand verliere. Um 1939 wurde Malcolm zu einer Pflegefamilie namens Gohannas gebracht. Louise Little erlitt später einen totalen Nervenzusammenbruch und wurde per Gerichtsbeschluss in eine staatliche Nervenklinik (Kalamazoo) eingewiesen. Daraufhin hatte der Richter McClellan aus Lansing die Vormundschaft über die Kinder der Littles. Louise blieb etwa 26 Jahre in demselben Krankenhaus. Im Jahr 1963 holten die Kinder ihre Mutter aus der Klinik. Fortan lebte sie bei einem ihrer Söhne und dessen Familie (Philbert Little in Lansing).</p>
<p><strong>Kindheit und Jugend</strong></p>
<p>Die alleinerziehende Mutter erzog ihre Kinder autoritär, nach dem Vorbild ihrer eigenen Erziehung. Seit dem Tod des Vaters litt die Familie unter Armut und Hunger. Dies und die ebenfalls autoritäre Schulerziehung führten dazu, dass Malcolm mit kleineren Diebstählen begann, um sich zu widersetzen. 1939 kam er in ein Heim, nachdem seine Mutter in die Psychiatrie eingewiesen worden war. Zuvor war er längere Zeit in einer weißen Familie untergebracht, der er sich mit der Zeit zugehörig fühlte. Dieses Zugehörigkeitsgefühl führte dazu, dass er überrascht und schockiert zugleich war, als er nach seinem Highschool-Abschluss erkennen musste, dass er als Schwarzer nicht die gleichen Möglichkeiten wie seine weißen Mitschüler hatte. Konkret bedeutete dies für ihn, dass er trotz seiner Intelligenz und herausragenden schulischen Leistungen nicht studieren, sondern bestenfalls eine Lehre beginnen konnte. Einer seiner Besuche bei seiner Halbschwester Ella bewegten ihn dazu, 1941 zu ihr nach Boston zu ziehen. Dort verkehrte er, zum Ärger seiner Schwester, im Schwarzenviertel und hielt sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser.</p>
<p>In dieser Zeit änderte er sein Äußeres, um den Weißen noch mehr zu gefallen, was damals der allgemeinen Mode unter den Schwarzen entsprach. Er ließ sich schmerzhaft einen Conk machen (die Haare entkräuseln) und kleidete sich wie sie. Gleichzeitig bewegte er sich im kriminellen Milieu und wurde als „Red” und später als „Detroit Red“ bekannt. Durch einen Job als Kellner in Harlem erwarb er sich Kontakte, fungierte als Drogendealer und Vermittler weißer Kundschaft für Bordelle und begann mit Einbrüchen. Der Einberufung zum Kriegsdienst entging er, weil er einem Psychiater erfolgreich eine psychische Untauglichkeit für den Kriegsdienst vortäuschte. In dieser Zeit begann er Marihuana zu rauchen. 1944 kam er das erste Mal vor Gericht, weil er einen Pelzmantel gestohlen und diesen verkauft hatte. Danach betätigte er sich als Einbrecher.</p>
<p><strong>Haft und Bildung</strong></p>
<p>Anfang 1946 wurde er verhaftet und im Jahr darauf zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Der Grund dafür waren Einbrüche, die er zusammen mit einem Jugendfreund aus Bostoner Zeit, einer verheirateten weißen Frau, Sophia, mit der er auch eine Affäre hatte, deren Schwester und einem weiteren „Bekannten” beging. Der Richter sah „Sex mit weißen Frauen” als Hauptanklagepunkt und verurteilte Malcolm und seinen Freund zu je zehn Jahren Zwangsarbeit. Sophia bekam fünf Jahre und wurde nach sieben Monaten auf Bewährung entlassen.</p>
<p>Er kam ins Charlestown-Gefängnis, wo die hygienischen Zustände katastrophal waren. Dort freundete er sich mit einem schwarzen Redner an, der ihn zum Lesen ermutigte. 1948 wurde er verlegt und wurde in einem Brief seines Bruders mit der „Nation of Islam” in Verbindung gebracht. Nach der Überzeugungsarbeit einiger seiner restlichen Geschwister, die der „Nation” ebenfalls beigetreten waren, tat er es ihnen gleich. Fortan bekannte er sich zu dem, was von der Nation of Islam als „genuin schwarze Kultur” betrachtet wurde. In der Überzeugung der „Nation” war der Nachname eines jeden Schwarzen der, den einst die Sklavenhalter ihnen gaben. Zur wahren Befreiung aus der Unterdrückung wurden diese Namen von der „Nation” abgelehnt. Daher und weil sein richtiger Name unbekannt sei, verlieh man Little den Nachnamen „X”. Er nahm Sonnenbäder, um dunkler zu erscheinen, eine Maßnahme, die ihm schon seine Mutter verordnet hatte und schor sich den Kopf. Als Autodidakt bildete er sich weiter, vor allem in den Bereichen Philosophie und Geschichte. Bei Debattiergruppen im Gefängnis schulte er seine Rhetorik. Die Zeit im Gefängnis nutzte er sehr intensiv für das Studium. Ein Beispiel dafür ist auch, dass er gezielt ganze (Fremdwörter-)Lexika und andere Wörterbücher las und abschrieb, und das bei jeder Gelegenheit.</p>
<p>Ende 1952 wurde er vorzeitig entlassen, geriet aber wieder in die Gefahr, verhaftet zu werden, als er erneut den Militärdienst (zur Zeit des Korea-Kriegs) verweigerte. Er wurde jedoch aufgrund seiner Religion offiziell als Kriegsdienstverweigerer anerkannt. Den Ersatzdienst umging er wieder mit dem Attest eines Psychiaters.</p>
<p><strong>Nation of Islam &#8211; die Anfänge</strong></p>
<p>Nach seinem Umzug nach Detroit lernte er Elijah Muhammad kennen, den Führer der Nation of Islam (Abk. „NoI”, auch einfach nur „Nation”), der ihm zu einem Ersatzvater wurde. Bald darauf leitete Malcolm X als Vertrauter Muhammads den Harlemer Tempel und etablierte sich als einer der Wortführer der Organisation. Diese Position erreichte er durch sein außergewöhnliches Engagement und seinen grenzenlosen Einsatz für die „Nation”. Er nutzte alle Mittel, um möglichst viele Schwarze zu erreichen &#8211; zum Beispiel ging er in die Schwarzenviertel der Großstädte und sprach im Jugendslang zu den Bewohnern, wodurch er leicht einen Zugang zur Straßenszene bekam und dort viele Anhänger gewann.</p>
<p>1958 heiratete Malcolm X Betty Jean Sanders, die als Pflegerin für die Organisation arbeitete. Im Laufe ihrer Ehe bekamen sie sechs Töchter: Attallah (* 16. November 1958); Qubilah (* 25. Dezember 1960); Ilyasah (* 22. Juli 1962); Gamilah Lamumbah (* 4. Dezember 1964) und die Zwillinge Malaak und Malikah, die am 30. September 1965, sieben Monate nach der Ermordung ihres Vater, zur Welt kamen.</p>
<p><strong>The Big X</strong></p>
<p>Als nationaler Sprecher der Nation of Islam wird Malcolm X nicht müde, den Rassismus der weißen Gesellschaft anzuprangern. Immer wieder zeigt er die Zusammenhänge zwischen US-Geschichte und der Versklavung der Afrikaner auf. Die Weißen seien schon deshalb „Teufel”, weil sie jederzeit als solche handelten. Sie lynchten Schwarze und predigten den Schwarzen gegenüber „Gewaltlosigkeit”. Sie gäben ihnen die miesesten Jobs und erklärten, Schwarze taugen zu nichts anderem. Sie verhinderten die Bildung der Afroamerikaner und nahmen an deren Analphabetismus anstoß. Sie redeten liberal und handelten rassistisch.</p>
<p>Es ist die Zeit des Beginns der Bürgerrechtsbewegung unter Martin Luther King, und Malcolm X ist ihr radikalster Kritiker und Wortführer zugleich. Kings gewaltlose Integrationsstrategie ist besonders unter den Schwarzen aus den ländlich geprägten Südstaaten und innerhalb der kleinen schwarzen Mittelschichten stark, die in der Mehrheit ein Ende der „Rassentrennung” und einen fairen Anteil am „American Dream” erlangen wollen. Für sie ist der Norden der USA vielfach immer noch so etwas wie das „Gelobte Land”. Sie hegen die Hoffnung, endlich von den Weißen akzeptiert zu werden. Ganz anders Malcolm X. Er kennt die Großstadtslums im Norden, ist in ihnen als „Detroit Red” groß geworden. Malcolm spricht für die afroamerikanischen Slum-Bewohner des Nordens, die keine Hoffnung mehr in weiße „Liberale” setzen, weil sie auf ihrem Weg von den Plantagen in die Ghettos erfahren haben, dass es auf Seiten der Weißen keinen Raum für ihren Fortschritt gibt.</p>
<p>Kings christlich-gewaltloser Ansatz ist für Malcolm X, in dieser Phase seines Lebens, nur ein weiterer Versuch, von den Weißen, die ihre Unwilligkeit bereits zur Genüge demonstriert hätten, Gerechtigkeit zu erbetteln. Entsprechend ist King für ihn ein „Onkel Tom”, der, ganz anders als die rebellischen „Feldsklaven”, nur ein weiterer den Weißen dienstbarer „Haussklave” ist. (Onkel Tom spielt an auf den servilen Haussklaven in Harriet Beecher-Stowes Roman „Onkel Toms Hütte”.)</p>
<p>King mochte „einen Traum” haben, den viele Schwarze teilten; Malcolm sah den gegenwärtigen Albtraum aller. 400 Jahre weißer Terror hätten hinreichend deutlich gemacht, dass die Weißen keine Kompromisse wollten, und dass das Gerede von Gleichberechtigung nichts als Heuchelei sei. Die Schwarzen sollen gewaltlos bleiben, sich nicht verteidigen, während der Ku-Klux-Klan ihre Kinder massakriert? Malcolm X hält derartige Aufforderungen für ein Verbrechen; für ein kollektives Verbrechen der Weißen (und ihrer schwarzen „Onkel Toms”) an seinem Volk. Die Weißen wählten wieder und wieder die Sprache der Gewalt, also müssten die Schwarzen beginnen, „ihre Sprache zu sprechen”, um verstanden zu werden. Die Afro-Amerikaner sollten endlich aufstehen und tun, was auch immer nötig sei, um sich selbst zu verteidigen, „by any means necessary”.</p>
<p>Um ihr Selbstbewusstsein zu erwecken, müssten die Afro-Afrikaner sich ihre eigene, von den Weißen verfälschte Geschichte neu aneignen. Die weiße Geschichtsschreibung hätte den Afro-Amerikanern das Image angedichtet, unterwürfig, dumm, harmlos und ignorant zu sein, und sie dadurch „psychologisch kastriert”. Die Schwarzen hätten aber immer Widerstand geleistet, z.B. durch bewaffnete Aufstände gegen die Sklaverei. Die weiße Lüge, Afrika sei lediglich ein wilder Dschungel und die Schwarzen seien erst durch sie zivilisiert worden, hätte einen ähnlichen Effekt gehabt. Dieser ideologische Unsinn müsse hinweggefegt und die „Neger” (wie sie sich damals auch untereinander bezeichneten) müssten beginnen, sich zugleich als Afrikaner und als Amerikaner, als Afro-Amerikaner, zu sehen.</p>
<p><strong>Malcolm X und die Nation of Islam</strong></p>
<p>Die Nation of Islam (NoI) – und vor allem Malcolm X als ihr Aushängeschild – wurde in den Medien zum Feindbild der weißen Nation stilisiert. Insbesondere Malcolm sei ein gewalttätiger „Hass-Prediger”, ein „schwarzes Monster”. Zwar ist dieser Vorwurf leicht zu widerlegen – es ging Malcolm X um Selbstverteidigung, um das Recht der Schwarzen auf Notwehr –, eine Gesamtbeurteilung der Nol blieb trotzdem ambivalent.</p>
<p>Die Betonung einer eigenständigen, kämpferischen afroamerikanischen Geschichte, der Stolz, den die „Schwarzen Muslime” mit ihrem Schwarz-Sein verbanden, ihre Kompromisslosigkeit und Radikalität machten sie zu einem wichtigen Ansprechpartner für die wachsende Ungeduld und Wut der afroamerikanischen Ghetto-Jugend. Die NoI und mit ihr Malcolm X trug mit diesem Ansatz des „Schwarzen Nationalismus” sicherlich ganz wesentlich zur „Black-Power-Bewegung” der 60er Jahre bei, war gewissermaßen ihr Vorläufer. Andererseits war die NoI kein bruchloses Vorbild; auch Oppositionsbewegungen gegen Rassismus richten sich nur selten nach harmonischen Wunschbildern. So war und ist die NoI sexistisch: Während die Männer die Macher sind, werden die Frauen rigoros auf ihren vermeintlich „natürlichen” Platz als Hausfrau und Mutter verwiesen und hierauf in eigenen Kursen gezielt vorbereitet. Sie können in der NoI keine wichtigen Funktionen übernehmen und auch der Fruit of Islam, der Selbstverteidigungsorganisation der Schwarzen Muslime, nicht beitreten. Kein Wunder also, dass die NoI bis heute vorrangig aus Männern besteht.</p>
<p>Die interne Hierarchie, angeführt vom „Botschafter Allahs” Elijah Muhammad (heute von seinem Nachfolger Louis Farrakhan), war kompromisslos. Diese Struktur wurde vom Charakter als Religionsgemeinschaft (die nicht in allen Punkten dem orthodoxen Islam entspricht) ebenso befördert, wie konkrete real politische Protestaktionen gebremst wurden. Zudem unterhielt die NoI fragwürdige Verbindungen zu weißen Befürwortern der Rassentrennung und dem Ku-Klux-Klan.</p>
<p><strong>Aufstieg und Abbruch</strong></p>
<p>Mit dem Wachsen der Nation of Islam, für welches auch Malcolm X als wichtiger Tempelleiter eine große Rolle spielte, wuchs der Reichtum von Muhammad und seiner Familie. Stimmen wurden laut, die Muhammad Korruption und Bereicherung vorwarfen. Er tätigte um des Geldes Willen auch Geschäfte mit radikalen weißen Gruppierungen. Malcolm X ignorierte diese Entwicklung, indem er die Vorwürfe als Gerüchte abtat. Nachdem Malcolm X die Ermordung John F. Kennedys folgendermaßen kommentierte: „a case of chickens coming home to roost” (Redewendung, bedeutet in etwa: „Eigene Taten fallen auf einen selbst zurück.”), wurde er im Dezember 1963 von der NoI mit einem 90-tägigen Redeverbot belegt. Als Elijah Muhammad den für verwerflich gehaltenen außerehelichen Sex praktizierte (mit der Erklärung, er müsse die Sünden aller Propheten als letzter der Propheten wiederholen), distanzierte Malcolm X sich zusehends von seinem Ziehvater.</p>
<p>1964 brach Malcolm X schließlich mit der Nation of Islam. Eine wichtige Rolle spielte dabei der Haddsch (die Pilgerfahrt nach Mekka). Er erlebte dort, wie Menschen verschiedenster Hautfarben in Frieden zusammenkommen. Er schloss sich dem sunnitischen Islam an und nannte sich von nun an Malik El-Shabazz.</p>
<p><strong>Beginnende Wandlung zu Weltoffenheit und Internationalismus</strong></p>
<p>Malcolm X unternahm eine Pilgerfahrt nach Mekka, das Geld dafür lieh er sich von der Stiefschwester. Die Einigkeit aller Völker und Rassen beeindruckte ihn während der Haddsch so sehr, dass er seine rassistische Einstellung überdachte. Er schloss sich dem sunnitischen Zweig des Islam an. Gleichzeitig initiierte er die Organisation für die afroamerikanische Einheit, deren Ziel die Selbstbestimmung der Schwarzen war. Im Gegensatz zu seiner Linie zur Zeit in der Nation of Islam war er jetzt auch bereit, die Unterstützung und Hilfe der Weißen anzunehmen und anzuerkennen, und wollte nach einer Etablierungsphase seiner Organisation auch ihr Recht auf Mitgliedschaft anerkennen. Malcolm verabschiedete sich von jedwedem Biologismus. Was zählte, war das konkrete Handeln der Menschen, egal welcher Hautfarbe. Politisch-aktivistischer Radikalismus war es, der ihn nun vorrangig interessierte. Im Anschluss an seinen Mekka-Aufenthalt machte er eine über vier Monate dauernde Reise durch Afrika. Im Kontakt mit den antikolonialistischen Kämpfern wurde sein Denken endgültig revolutioniert. So begann er in Afrika zu verstehen, dass in fortschrittlichen Staaten auch die Frauen fortschrittlich und kämpferisch sind, dass also das orthodox-islamische Frauenbild einer grundlegenden Korrektur bedurfte. Er sah, dass viele afrikanische Staaten, die gerade die Unabhängigkeit erkämpft hatten, den sozialistischen Weg einschlugen. Und er erkannte, mehr noch als zuvor, die Zusammenhänge zwischen afrikanischem und afroamerikanischem Befreiungskampf.</p>
<p>Der Internationalismus wurde zum zentralen Angelpunkt seines Denkens. Die Befreiung der Afro-Amerikaner sei nicht von derjenigen der Afrikaner zu trennen, da Rassismus in den USA des Rassismus des Weltmarktes bedurfte und umgekehrt. „Es ist unmöglich für einen Weißen, an den Kapitalismus und nicht zugleich an den Rassismus zu glauben. Es gibt keinen Kapitalismus ohne Rassismus.” Es seien daher dieselben Strukturprinzipien, die die Afro-Amerikaner in den USA wie die Afrikaner auf dem Kontinent unterdrückten. Die internationale Ausbeutung der „Dritten Welt” entspreche der nationalen der Afro-Amerikaner (und anderer „Dritte Welt-Menschen” in den kapitalistischen Metropolen). Daher „können wir keinen Schritt schneller vorangehen als die Afrikaner”. Malcolm sah, dass ein Vorwärtskommen allein im nationalen Maßstab nicht mehr möglich war. Dem Ziel, diese internationalen Herrschaftsverhältnisse zu bekämpfen und dazu die Befreiungskämpfe von Afrikanern und Afro-Amerikanern effektiv miteinander zu verbinden, galt fortan sein ganzes Engagement. Nach seiner Rückkehr in die USA gründete er deshalb die Organization of Afro-American Unity (OAAU). Sie sollte Verbindungen zwischen Afro-Amerikanern und Afrikanern schaffen und in die nationale Bürgerrechtsbewegung eingreifen. Malcolm X erklärte seine Bereitschaft, mit allen zusammenzuarbeiten, die konsequent für ein Ende der Apartheid eintraten. Aber er wusste auch, „dass es keine schwarz-weiße Einheit geben kann, bevor zuerst schwarze Einheit erreicht worden ist”.</p>
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