Die 60er und 70er Jahre

Zwei Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts im Fokus

Technische Entwicklungen der 60er Jahre

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In den 60er Jahren wurde der technische Fortschritt in vielen Bereichen vorangetrieben. Raumfahrt und Kernenergie sind die wohl herausragendsten Beispiele.

In der Raumfahrt fand seit den 50er Jahren eine Art “Wettrennen” zwischen den USA und der Sowjetunion statt. Die Sowjetunion schickte am 4. Oktober 1957 den ersten Sputnik-Satelliten ins All. Am 3. November folgte Sputnik 2 mit der Hündin Lajka an Bord, die damit das erste Lebewesen im Weltraum wurde. 1958 wurde in den USA die NASA als zivile Raumfahrtbehörde gegründet. Man hoffte so, mit den Sowjets Schritt halten zu können. Ab 1961 arbeiteten die Amerikaner am sogenannten Gemini-Projekt, welches Raumkapseln entwickeln sollte, die einen mehrtägigen, bemannten Raumflug ermöglichten.

 

Gleichzeitig entwickelte man seit 1963 Mercury-Raketen, welche die Kapseln ins All trugen. Das sowjetische Gegenstück zu Gemini war die Raumkapsel Wostok. Am 12. April 1961 flog in “Wostok 1″ Juri Gagarin als erster Mensch in den Weltraum. Nach dem Start vom kasachischen Kosmodrom Baikonur (Tjuratam) umkreiste die Raumkapsel einmal die Erde. Während des Flugs führte Gagarin einige Tests durch, die beweisen sollten, dass der Mensch auch unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit arbeiten kann. “Wostok 2″ startete am 6. August 1961 und umkreiste 17-mal die Erde. Damit hatten die sowjetischen Wissenschaftler einen erheblichen Vorsprung gegenüber der amerikanischen Konkurrenz. Am 2. März 1965 machte der Kosmonaut Alexei Leonow von “Woschod 2″ aus den ersten Weltraumspaziergang. Leonow gelangte über eine aufblasbare Luftschleuse in den freien Weltraum und hielt sich zwölf Minuten außerhalb des Raumschiffs auf.

Ehrgeiziges Ziel von Sowjetunion und USA war die Landung auf dem Mond. Für diese Mission entwickelten die Amerikaner das Raumschiff Apollo; die UdSSR hielten mit dem Raumfahrzeug Sojus dagegen. 1967 sorgten sowohl Apollo als auch Sojus 1 für negative Schlagzeilen: Bei einem Bodentest der Apollo kam es zu einem Brand, bei dem alle drei Astronauten in der Kapsel verbrannten. Wladimir Komarow, Kosmonaut auf der Sojus, verunglückte bei der Landung tödlich. Zwei Jahre später war es endlich soweit: Am 16. Juli 1969 startete die Apollo 11 in den Weltraum, am 20. Juli setzte die Landefähre “Eagle” auf: Einen Tag später betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Mond. Die spektakuläre Mission wurde live im Fernsehen übertragen. Diese Fortschritte führten dazu, dass man der Raumfahrt ein enormes Entwicklungspotential zurechnete. Mond-Tourismus schien in erreichbarer Nähe zu sein. Die ersten Reisebüros nahmen Buchungen entgegen.

Nachdem die UdSSR feststellen musste, dass sie das Rennen um die Erstlandung auf dem Mond verloren hatten, versuchten sie, ab 1971 im Saljut-Programm die erste Raumstation ins All zu bringen. Die Amerikaner zogen zwei Jahre später mit dem Skylab-Programm nach. Seit 1967 schon arbeiteten die Sowjets an der Entwicklung eines wiederverwertbaren Raumgleiters, die schließlich wegen zu hoher Kosten eingestellt wurde. In den USA entwickelte man seit 1972 das Konzept des Space-Shuttle, das eigenständig wieder in die Erdatmosphäre eintreten kann. 1986 schickten die Sowjets die MIR ins All. Die MIR befindet sich noch heute im All und ist die am längsten betriebene Raumstation überhaupt. Im Zuge der politischen Umwälzungen in der Sowjetunion entwickelte sich aus dem Gegeneinander allmählich ein Miteinander, 1985 beispielsweise koppelte eine amerikanische Apollo-Kapsel erstmals erfolgreich an eine sowjetische Saljut-Station an. Neuestes Projekt ist die Internationale Raumstation ISS, welche die MIR ablösen soll und an der sich verschiedene Nationen, u. a. die USA und Russland beteiligen.

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